Aschura-Fest in Kerbela unter hohen Sicherheitsvorkehrungen

An zahlreichen Orten feiern Schiiten das Aschura-Fest: Hier in Bagdad mit einer Nachspielung der Schlacht von Kerbela im Jahr 680.
An zahlreichen Orten feiern Schiiten das Aschura-Fest: Hier in Bagdad mit einer Nachspielung der Schlacht von Kerbela im Jahr 680. © KEYSTONE/AP/KARIM KADIM
In Massen sind schiitische Pilger am Samstag zum Aschura-Fest ins irakische Kerbela gepilgert. Unter hohen Sicherheitsvorkehrungen kamen die Gläubigen zum Gedenken an Imam Hussein, einen Enkel des Propheten Mohammed, in die heilige Stadt.

Mehr als 20’000 Polizisten und Soldaten waren an der Pilgerroute von Bagdad nach Kerbela und in der Stadt selbst im Einsatz, wie ein Militärkommandant sagte. Das Aschura-Fest ist in jedem Jahr eine Bewährungsprobe für die irakische Regierung, denn in der Vergangenheit gab es immer wieder Anschläge auf schiitische Pilger in Kerbela.

Seit die radikalsunnitische Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) weite Teile des Iraks kontrolliert, ist die Gefahr zusätzlich gestiegen. Die Dschihadisten attackieren regelmässig Angehörige der schiitischen Mehrheit, die sie als Ketzer betrachten.

Kerbela liegt rund 80 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Bagdad. Während des Aschura-Fests gedenken die Schiiten der Schlacht von Kerbela, bei der Hussein im Jahr 680 im Kampf gegen den Kalifen Jasid getötet wurde. Hussein ist ebenso wie sein Halbbruder Abbas in Kerbala begraben.

Das Aschura-Fest wird von Millionen Schiiten in aller Welt gefeiert. Es ist der Höhepunkt des Trauermonats Muharram. Während der Feierlichkeiten fügen sich manche Pilger mit Geisseln, Messern und Schwertern tiefe Wunden zu.

Bei einem Anschlag auf die schiitische Minderheit in Bangladesch während des Aschura-Fests starb ein 14-jähriger Junge, rund 80 weitere Menschen wurde verletzt. Nach Angaben der Polizei wurden am Samstagmorgen drei Sprengsätze auf eine Versammlung von rund 20’000 Schiiten in der Altstadt von Dhaka geworfen.

Es war der erste derartige Anschlag auf Schiiten in Bangladesch. Das Land war bisher von dem Konflikt zwischen den Konfessionen, der in Pakistan und anderen muslimischen Ländern seit Jahren wütet, verschont geblieben.

In Pakistan gab es in den vergangenen Tagen bereits mehrere Anschläge auf Muharram-Feiern. Bei einem Anschlag auf eine schiitische Prozession in der südpakistanischen Stadt Jacobabad starben am Freitag 24 Menschen.

(SDA)


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