Berlin – Polizei geht von Mord aus

Zerstörtes Auto in der Bismarktrasse in Berlin.
Zerstörtes Auto in der Bismarktrasse in Berlin. © Keystone EPA/PAUL ZINKEN
In Berlin ist ein Autofahrer bei einer Explosion in seinem fahrenden Auto getötet worden. Sie wurde von einem Sprengsatz ausgelöst, wie die Polizei kurz darauf bestätigte. Die Polizei schliesst einen politisch motivierten Anschlag aus.

Es gab einen Sprengsatz “am oder im Auto”, sagte ein Polizeisprecher. “Wir gehen von einem Tötungsdelikt aus”, sagte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, dem “Tagesspiegel”. Zur Identität des Fahrers machte die Polizei zunächst keine Angaben.

Bei den Ermittlungen vor Ort war am Vormittag Beobachtern zufolge der führende Berliner Staatsanwalt für Rocker-Prozesse. Ob der Fall mit Rocker-Kriminalität in Zusammenhang steht, war zunächst aber unklar. Das Opfer sei der Polizei wegen verschiedener Straftaten aber bekannt gewesen, sagte Steltner. Demnach handelt es sich um einen 43-jährigen Türken, gegen den 2008 wegen Falschgelds, Drogendelikten und illegalen Glücksspiels ermittelt wurde.

Der VW sei im Stadtteil Charlottenburg während der Fahrt explodiert und habe sich dann überschlagen. Der Fahrer sei noch am Unfallort gestorben. Die Polizei sperrte die Gegend ab und forderte Anwohner über Lautsprecher auf, sich in sichere Bereiche ihrer Wohnungen zurückzuziehen.

Nach Angaben des Polizeisprechers explodierte das Auto gegen 8.00 Uhr auf der Bismarckstrasse im Westen der Stadt unweit der Deutschen Oper. Das Fahrzeug sei in Richtung Innenstadt gefahren. Die Bismarckstrasse ist die Verlängerung der Strasse des 17. Juni, die zur Siegessäule und weiter zum Brandenburger Tor führt.

 

 


Techniker und Sprengstoffexperten untersuchten den Wagen, sagte der Sprecher. “Unsere Ermittler gehen von einem Sprengsatz aus, der das Fahrzeug zur Explosion brachte”, schrieb die Polizei über den Kurznachrichtendienst Twitter.

Anwohner wurden über Lautsprecher aufgefordert, Fenster und Türen zu schliessen und sich in den hinteren Bereich ihrer Wohnung zu begeben. Später twitterte die Polizei, von dem Auto gehe keine weitere Gefahr aus. Die Fenster könnten wieder geöffnet werden. Die mehrspurige Strasse blieb bis auf weiteres voll gesperrt. (SDA)


Newsletter abonnieren
2Kommentare
noch 1000 Zeichen

HTML-Version von diesem Artikel