Bach will Schlusspunkt hinter Doping-Affäre setzen

IOC-Präsident Thomas Bach will den russischen Doping-Skandal lückenlos aufgeklärt haben
IOC-Präsident Thomas Bach will den russischen Doping-Skandal lückenlos aufgeklärt haben © KEYSTONE/EPA/HOW HWEE YOUNG
IOC-Präsident Thomas Bach versichert erneut, dass der russische Doping-Skandal lückenlos aufgedeckt wird. Das Versprechen gibt der Deutsche zu Beginn der IOC-Session in Rio ab.

Bach will endlich einen Schlusspunkt setzen, denn in der russischen Doping-Affäre stehen das Internationale Olympische Komitee und er selber weiter in der Kritik. Zur Eröffnung der 129. Session, der Hauptversammlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), sagte Bach am Montagabend (Ortszeit) laut dem Redemanuskript in Rio de Janeiro: “Wir haben unverzügliche Massnahmen ergriffen, um die Anschuldigungen restlos aufzuklären, und mehr Massnahmen und Strafen werden, wenn nötig, ergriffen.”

Bei den Beratungen wird Bach am Dienstagnachmittag Schweizer Zeit zunächst über seine Tätigkeit berichten. Auch die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA will zu ihrer Arbeit Stellung nehmen. Die Session, die jährlich zusammen kommt, dauert bis Donnerstag.

Bach sagte, dass das IOC die Ergebnisse des McLaren-Reports der WADA zu systematischen Doping überaus ernst nehme. Das gelte vor allem mit Blick auf den Vorwurf, das russische Sportministerium habe das Doping-System gebilligt.

Bach steht in der Kritik, da das IOC nicht das gesamte russische Team von den am Freitag beginnenden Sommerspielen Rio ausgeschlossen hat. Athleten, die nachweisen können, sauber zu sein, dürfen starten.

Der Jurist und Autor des Berichts, Richard McLaren, hatte dem IOC aufgrund der ihm vorliegenden Beweise einen Ausschluss des kompletten russischen Teams empfohlen.

Inzwischen streiten das IOC und die WADA offen, wer die Verantwortung für das Chaos rund um die Zulassung russischer Athleten zu den Spielen in Rio hat. Die WADA verwehrte sich gegen die Vorwürfe von Bach, in der Causa Russland zu spät gehandelt und informiert zu haben.

“Die WADA versteht, dass der Zeitpunkt der Veröffentlichung des McLaren-Reports zu Russland eine Reihe von Organisationen in der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele und Paralympics beeinträchtigt hat”, hiess es in einer Erklärung am Montag. Die WADA habe aber “unverzüglich gehandelt, als sich nach den Anschuldigungen betreffend Russland die Beweise erhärteten”.

Bach hatte am Sonntag die WADA beschuldigt, dazu beigetragen zu haben, dass kurz vor den Spielen noch immer Unklarheit herrsche, welche russischen Athleten starten könnten. Es hätte nämlich schon viel früher Hinweise auf Dopingvergehen an die Adresse der WADA gegeben.

(SDA)


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