Baugesuch für Tiefgarage Schibenertor abgewiesen

Die Baubewilligungskommission will hier weiterhin Bäume statt einer Tiefgarageneinfahrt.
Die Baubewilligungskommission will hier weiterhin Bäume statt einer Tiefgarageneinfahrt. © Hannes Thalmann/St.Galler Tagblatt
Die Tiefgarage beim Schibenertor in St.Gallen kann vorerst nicht gebaut werden. Die Baubewilligungskommission hat das Gesuch abgelehnt.

Die Cityparking St.Gallen plant seit längerem den Bau einer Tiefgarage mit 210 Abstellplätzen unter dem Uniongebäude und dem Oberen Graben. Während der Auflage des Baugesuchs und des Strassenprojekts gingen sieben Einsprachen dagegen ein. Die Zufahrt zu den 128 öffentlichen und 82 privaten Parkplätzen sollten über eine Zu- und Wegfahrtsrampe bei der heutigen Mittelinsel im Oberen Graben erfolgen.

Die Baubewilligungskommission hat das Baugesuch der Cityparking nun abgewiesen. Sie macht dafür gestalterische Gründe geltend. Die Lage verlange eine «höchste städtebauliche und architektonische Qualität». Diese war bei der Tiefgarage Schibenertor nicht gegeben.

“Mit dem Wegfall der Plantanen sowie der Erstellung der Betonmauern würde für viele Jahrzehnte eine zu starke räumliche Trennung geschaffen, welche einen angemessenen städtebaulichen Übergang und den Durchfluss von allen Seiten verhindern würde”, heisst es in einer Mitteilung der Kommission. Gleichzeitig würden die fünf Fahrspuren zusammen mit dem Einfahrtsbauwerk als eine «überdimensionale Strassenfläche» wahrgenommen.

Stadt nimmt via Twitter Stellung

Heimatschutz hoch erfreut

Der Heimatschutz SG/AI empfindet die Abweisung des Gesuchs als Genugtuung. Der ernst genommene Einspruch einer Nachbarin gegen das Baugesuch sei mit Unterstützung des WWF und des Heimatschutzes entstanden. Auch viele andere Institutionen hätten gegen die umstrittene Garage opponiert.

Der Heimatschutz und Umweltverbände waren im aufgelegten Projekt der Parkgarage Schibenertor nicht einspracheberechtigt. Das kantonale Beschwerdeverfahren wurde vor einigen Jahren abgeschafft. Auch nach Bundesrecht war eine Einsprache nicht möglich, weil es für ein Parkhaus in dieser Grösse nach umstrittener Ansicht keine Umweltverträglichkeitsprüfung brauche.

Im Fokus aller Gegner sei der Ortsbildschutz gestanden. Der Bau der Ein- und Ausfahrten hätten das Ortsbild radikal verändert.

(red.)


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