Bayer bietet Winzern Entschädigung an

Wegen wahrscheinlich durch ein Pilzschutzmittel verursachten Schäden an Weinreben hat der Pharma- und Chemiekonzern Bayer betroffenen Winzern erste Entschädigungsofferten zukommen lassen. (Symbolbild)
Wegen wahrscheinlich durch ein Pilzschutzmittel verursachten Schäden an Weinreben hat der Pharma- und Chemiekonzern Bayer betroffenen Winzern erste Entschädigungsofferten zukommen lassen. (Symbolbild) © Keystone/LAURENT GILLIERON
Nach den wahrscheinlich durch das Pilzschutzmittel “Moon Privilege” verursachten Schäden an Weinreben hat der Pharma- und Chemiekonzern Bayer betroffenen Winzern erste Entschädigungsofferten zukommen lassen. Über den Inhalt der Offerten schweigen beide Seiten.

Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer habe die ersten Offerten vor drei Wochen versandt, sagte Kommunikationschefin Barbara Zimmermann auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Sie machte keine Angaben zu den Beträgen. Bisher habe Bayer keine negative Rückmeldungen erhalten.

Bayer sei deshalb zuversichtlich, dass mit den Kunden eine einvernehmliche Lösung gefunden werde und eine gerichtliche Auseinandersetzung vermieden werden könne. Es sei aber jedem Winzer überlassen, ob er das Angebot annehmen wolle oder nicht.

Die Schäden an den Weinreben gehen in die Millionen. Rund 900 Weinbauern meldeten Schäden. In der ganzen Schweiz gingen laut der Weinbranche 4,85 Prozent einer Durchschnittsernte verloren, was Umsatzeinbussen von bis zu 80 Millionen Franken zur Folge hat.

Neben der Schweiz kam es auch in Österreich, Deutschland, Frankreich, Italien und Luxemburg zu Wachstumsstörungen. Vermutlich kam es beim Abbau des Wirkstoffs von “Moon Privilege” zu diesen Schäden, wie Bayer Ende November einräumte. Die Untersuchungen sind jedoch weiterhin im Gang.

Inzwischen haben die ersten Winzer in der Waadt eine Entschädigungsofferte erhalten. Dies sagte François Montet, der Präsident der Vereinigung der Waadtländer Weinbauern, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Bei einem Teil seiner Reben traten ebenfalls Wachstumsstörungen auf. Dennoch traf bei ihm noch keine Offerte ein. Er hofft, dass die Waadtländer Winzer noch vor dem Sommer Angebote von Bayer erhalten werden.

Neben der Waadt waren auch die Weinbauern im Kanton Neuenburg stark betroffen. “Ich hatte diese Woche die erste Meldung eines Winzers”, sagte Sébastien Cartillier, Direktor der Station viticole des Kantons Neuenburg, auf Anfrage.

Über die Höhe der Offerte und den Fall könne er keine Angaben machen. Die Neuenburger Weinbauern, die wegen der Schäden durch das Pilzschutzmittel und das trockene Klima im vergangenen Jahr eine unterdurchschnittliche Ernte einfuhren, würden diese Offerten jedoch sehnlichst erwarten, sagte Cartillier.

Trotz den Umsatzeinbussen habe bisher kein Neuenburger Winzer einen Antrag auf Nothilfe wegen Liquiditätsproblemen gestellt. Auch im Wallis ging bisher bei einem Weinbauern eine Offerte ein, wie Pierre-Antoine Héritier, Präsident des Verbands der Walliser Weinbauern, auf Anfrage sagte. Zur Höhe der angebotenen Summe konnte er ebenfalls keine Angabe machen.

Ob die Winzer mit den Entschädigungsofferten zufrieden sind, dürfte sich erst in einigen Monaten zeigen. Falls nicht, müsste jeder betroffene Winzer selber Klage einreichen, weil das Schweizer Recht keine Sammelklagen vorsieht.

(SDA)


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