Belgier Philippe Gilbert gewinnt vor heimischem Publikum

Philippe Gilbert hat gut lachen: Er gewinnt vor seinem Heimpublikum die Flandern-Rundfahrt
Philippe Gilbert hat gut lachen: Er gewinnt vor seinem Heimpublikum die Flandern-Rundfahrt © KEYSTONE/EPA/JULIEN WARNAND

Den Sprint der dreiköpfigen Verfolgergruppe entschied Greg van Avermaet vom amerikanisch-schweizerischen Team BMC für sich. Der Topfavorit sorgte damit für einen belgischen Doppelsieg. Platz 3 ging an den Niederländer Niki Terpstra, ein Teamkollege von Gilbert beim Team Quick-Step Floors.

Der 260 km lange Klassiker von Antwerpen nach Oudenaarde verlief äusserst spektakulär. Die Vorentscheidung in Ost-Flandern zu Gunsten des bärenstarken Wallonen Gilbert fiel unüblich früh, und zwar schon an der Kapelmuur rund 90 km vor dem Ziel. Zusammen mit seinem Teamkollegen Tom Boonen, vor fünf Jahren der letzte einheimische Sieger, und weiteren Topfahrern setzte sich der 34-Jährige ab und überraschte damit van Avermaet und den Vorjahressieger Peter Sagan.

Bei der zweitletzten Passage des berühmten Kwaremont entledigte sich Gilbert, der wohl selbst nicht mit diesem Rennverlauf gerechnet hatte, auch seiner letzten Begleiter. Dahinter fielen die weiteren Favoriten einer nach dem anderen aus der Entscheidung.

19 km vor dem Ziel erwischte es van Avermaet und Sagan, die davor Gilbert immer näher gekommen waren. Sagan verhedderte sich am Kwaremont an der Absperrung, stürzte und riss auch van Avermaet und Oliver Naesen mit.

Van Avermaet setzte sich sofort wieder auf das Rad und hielt den Schaden in Grenzen. Der aktuelle Weltmeister Sagan musste lange auf ein Ersatzrad warten und hatte keine Chance mehr, seinen Sieg aus dem Vorjahr zu wiederholen. Bereits davor hatten Sep Vanmarcke (Sturz) und Boonen (Defekt) die Segel streichen müssen.

Gilbert war erstmals seit 2012 wieder zur Flandern-Rundfahrt gestartet. Ein Überraschungssieger ist er dennoch nicht, hatte er doch 2009 und 2010 bereits zweimal die Lombardei-Rundfahrt für sich entschieden und 2011 auch bei Lüttich-Bastogne-Lüttich triumphiert.

Die Schweizer hatten im Jahr eins nach Fabian Cancellara, der 2016 hinter Sagan den 2. Rang belegt hatte, erwartungsgemäss nichts mit dem Ausgang des Rennens zu tun. Stefan Küng und Silvan Dillier mussten bereits früh für van Avermaet arbeiten.

(SDA)


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