Berliner Spitzenorchester heissen Flüchtlinge gemeinsam willkommen

Daniel Barenboim baut schon seit längerer Zeit Brücken zur arabischen Welt - zum Beispiel mit seinem israelisch-palästinensischen Orchester West-Eastern Divan Orchestra (in einer Aufnahme vom Januar 2014).
Daniel Barenboim baut schon seit längerer Zeit Brücken zur arabischen Welt - zum Beispiel mit seinem israelisch-palästinensischen Orchester West-Eastern Divan Orchestra (in einer Aufnahme vom Januar 2014). © KEYSTONE/EPA/HERBERT NEUBAUER
“Ahlan wa-sahlan” – die drei Berliner Spitzendirigenten Sir Simon Rattle, Iván Fischer und Daniel Barenboim haben am Dienstag mit einem gemeinsamen Konzert Flüchtlinge auf Arabisch willkommen geheissen.

Im Namen von Schirmherrin Angela Merkel und den drei beteiligten Orchestern begrüsste Intendant Martin Hoffmann rund 2200 kostenlos geladene Flüchtlinge und ihre Helfer in der Berliner Philharmonie.

“Seien Sie herzlich willkommen in Berlin! Eines verstehen wir alle gemeinsam – die Sprache der Musik”, sagte Hoffmann.

Barenboim und seine Staatskapelle eröffneten den musikalischen Willkommensgruss mit Mozarts Klavierkonzert in d-Moll – der Dirigent sass zugleich am Flügel.

Das Konzerthausorchester brachte unter Iván Fischer Prokofjews Symphonie Nr. 1 beschwingt und federleicht zum Klingen.

Und Simon Rattle liess zum Abschluss die Berliner Philharmoniker mit solcher Leidenschaft durch Beethovens Siebte fegen, dass das Publikum zum Applaus begeistert von den Sitzen aufsprang.

Überhaupt war die Stimmung deutlicher lockerer als sonst in der ehrwürdigen Philharmonie. Die Musiker kamen im offenen Hemd statt im Frack, schon zwischen den Sätzen gab es Bravo- und Jubelrufe, Kinder krähten oder flitzten schnell mal zur Tür.

Die kostenlosen Tickets waren über Hilfsorganisationen vergeben worden. Insgesamt hatten sich mehr als 5000 Menschen gemeldet.

Nach Angaben von Philharmoniker-Intendant Hoffmann hat es ein Gemeinschaftskonzert der drei renommierten Häuser bisher erst einmal gegeben – nach den Terroranschlägen auf das New Yorker World Trade Center vom 11. September 2001.

(SDA)


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