Bern erspielt sich vier Matchpucks

Die Berner unterziehen das Plexiglas nach dem Overtime-Sieg einer Härteprüfung...
Die Berner unterziehen das Plexiglas nach dem Overtime-Sieg einer Härteprüfung... © KEYSTONE/ENNIO LEANZA
Der SC Bern gewinnt dank Doppeltorschütze Andrew Ebbett auch das dritte Spiel im Viertelfinal gegen Qualifikationssieger ZSC Lions und haben nach dem 4:3 nach Verlängerung vier Matchpucks.

Seit Einführung der Playoffs in der Saison 1985/86 ist das beste Team der Regular Season bloss viermal in der ersten Runde ausgeschieden, wobei jedes Mal der SCB involviert war – dreimal als Verlierer und einmal als Sieger. Es ist allerdings ein Novum, dass der Qualifikationssieger 0:3 in Rückstand liegt. Wie bereits im ersten Viertelfinalspiel am vergangenen Donnerstag im Hallenstadion lautete das Resultat nach 60 Minuten 3:3. Nach 7:26 Minuten in der Overtime schloss Ebbett, der bereits das 1:2 (28.) erzielt hatte, einen Konter zum siegbringenden 4:3 ab, wobei ZSC-Keeper Lukas Flüeler nicht die beste Figur machte. Zuvor hatte Lions-Topskorer Robert Nilsson den Puck im gegnerischen Drittel auf dumme Art verloren.

Die Berner verdienten sich den Sieg in einer packenden Partie mit einer leidenschaftlichen Leistung. Zunächst hatten die Vorteile auf Seiten der Lions gelegen. Der ZSC übernahm das Spieldiktat und ging bis zur 28. Minute verdient 2:0 in Führung. Beide Treffer erzielte der erst 21-jährige Fabrice Herzog, der erstmals überhaupt in den NLA-Playoffs reüssierte. Beim 1:0 (15.) profitierte er von einem Scheibengewinn von Morris Trachsler im Drittel der Berner, worauf er SCB-Verteidiger Beat Gerber herrlich ins Leere rutschen liess und Goalie Jakub Stepanek souverän bezwang. Beim 2:0 drückte er den Puck über die Linie. Damit doppelten die Lions erstmals in dieser Serie nach, waren sie doch schon in den ersten beiden Partien 1:0 in Führung gegangen.

Wer nun dachte, dass das Spiel vorentschieden sei, wurde rasch eines Besseren belehrt. Die Berner zeigten sich keineswegs verunsichert und verkürzten nur 22 Sekunden später auf 1:2. Simon Bodenmann lupfte den Puck in die Mitte, wo Ebbett aus der Luft traf. Nach genau 31 Minuten und dem 2:2 von Pascal Berger konnte die Partie wieder von vorne beginnen. Waren die Berner nach 40 Minuten mit dem Ergebnis gut bedient – das Schussverhältnis lautete zu diesem Zeitpunkt 30:14 zu Gunsten des ZSC – standen sie im letzten Drittel dem Sieg näher. In der 42. Minute gingen die Gäste dank Verteidiger Timo Helbling, der schon im ersten Viertelfinalduell getroffen hatte, erstmals in Führung. Die Lions schlugen aber nur 91 Sekunden danach dank Severin Blindenbacher zurück.

ZSC Lions – Bern 3:4 (1:0, 1:2, 1:1, 0:1) n.V.

11’200 Zuschauer (ausverkauft). – SR Kurmann/Mollard, Bürgi/Wüst. – Tore: 15. Herzog (Trachsler) 1:0. 28. (27:02) Herzog (Trachsler, Geering) 2:0. 28. (27:24) Ebbett (Bodenmann) 2:1. 32. Pascal Berger (Moser) 2:2. 42. (41:09) Helbling (Scherwey, Pascal Berger) 2:3. 43. (42:40) Blindenbacher (Nilsson, Matthews) 3:3. 68. (67:26) Ebbett (Moser, Bodenmann) 3:4. – Strafen: 3mal 2 Minuten gegen die ZSC Lions, 2mal 2 Minuten gegen Bern. – PostFinance-Topskorer: Nilsson; Conacher.

ZSC Lions: Flüeler; Blindenbacher, Siegenthaler; Rundblad, Geering; Seger, Bergeron; Chris Baltisberger, Trachsler, Herzog; Nilsson, Matthews, Keller; Künzle, Suter, Schäppi; Bärtschi, Malgin, Wick; Neuenschwander.

Bern: Stepanek; Jobin, Untersander; Helbling, Gerber; Krueger, Kreis; Flurin Randegger; Bodenmann, Ebbett, Moser; Conacher, Smith, Ruefenacht; Scherwey, Pascal Berger, Hischier; Alain Berger, Reichert, Gian-Andrea Randegger.

Bemerkungen: ZSC Lions ohne Fritsche, Hächler, Schnyder (alle verletzt), Cunti (krank), Shannon und Foucault (überzählige Ausländer). Bern ohne Bergenheim, Blum, Bührer, Kobasew, Kousa (alle verletzt), Plüss und Roy (beide krank). – Timeout Bern (27:02). – 41. Pfostenschuss Ruefenacht.

(SDA)


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