Bern miserabel und im Elend

Der SC Bern muss bei der 2:5-Heimniederlage gegen Lausanne ganz schön unten durch. Am Boden liegend versucht Berns Derek Roy noch an den Puck zu kommen
Der SC Bern muss bei der 2:5-Heimniederlage gegen Lausanne ganz schön unten durch. Am Boden liegend versucht Berns Derek Roy noch an den Puck zu kommen © KEYSTONE/DOMINIC STEINMANN
Für Bern wird die Situation ungemütlich. Nach dem 2:5 daheim gegen Lausanne erfolgt der Absturz auf Platz 7. Berns Reserve auf den Strich beträgt bloss noch zwei Punkte. Die Art, wie der grosse SCB gegen Lausanne unterging, gab den 15’803 Zuschauern in der Arena zu denken.

Im ersten Abschnitt kam das Heimteam nur zu vier Torschüssen. Obwohl die Berner während 50 Minuten einem Rückstand hinterher jagten, gaben sie nur 19 Schüsse auf Lausannes Ersatzgoalie Pascal Caminada ab. Erst im Finish gelang den Bernern vom 0:4 zum 2:4 Resultatkosmetik.

Der Beton, den die Berner zubereiten möchten, garantiert derzeit kein Erfolg. Von den letzten neun Partien gewann das Team von Guy Boucher nur vier. Bern möchte hinten solide spielen. In der Defensive stehen die Berner aber miserabel. Von allen regelmässig eingesetzten NLA-Goalies weist Marco Bührer die schlechteste Fangquote (88,76 Prozent) auf. Bührer erwies sich im 800. Meisterschaftsspiel für Bern nicht als sicherer Rückhalt und wurde nach 40 Minuten ausgewechselt.

Aber nicht nur der Goalie genügte nicht: Beim 0:1 hebelte ein Pass Berns Abwehr aus. Beim 0:3 stand Flurin Randegger zu weit weg vom Gegner, vor dem 0:4 lancierte der gleiche Verteidiger den Lausanner Alain Miéville. So blieb aus Berner Optik nur wenig Erfreuliches: Erstmals spielten drei Brüderpaare für den SCB, nebst den Randeggers und Bergers noch die Hischiers. Nico Hischier debütierte mit 16 Jahren in der NLA.

Die Goals für Lausanne, das am Dienstag gegen Lugano 2:6 untergegangen ist, erzielten Ossi Louhivaara (1:0/4:0), Etienne Froidevaux (2:0), Thomas Déruns (3:0) und Juha-Pekka Hytönen (5:2). Ein weiteres Goal von Déruns annullierte Schiedsrichter Wehrli aus schwer nachvollziehbaren Gründen. Die Waadtländer bewiesen ihre Auswärtsstärke: Lausanne gewann als einziges NLA-Team auswärts mehr Spiele (5) als daheim (4).

Bern – Lausanne 2:5 (0:2, 0:2, 2:1)

15’803 Zuschauer. – SR Gofman/Wehrli (Russ/Sz), Bürgi/Wüst. – Tore: 11. Louhivaara (Miéville, Stalder) 0:1. 16. Froidevaux (Danielsson/Ausschluss Martin Plüss) 0:2. 34. Déruns (Stalder) 0:3. 36. Louhivaara (Miéville) 0:4. 52. Blum (Conacher) 1:4. 54. Jobin (Helbling, Martin Plüss/Ausschluss Danielsson) 2:4. 60. (59:28) Hytönen (Pesonen, Louhivaara) 2:5 (ins leere Tor). – Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Bern, 4mal 2 Minuten gegen Lausanne. – PostFinance-Topskorer: Conacher; Danielsson.

Bern: Bührer (41. Schwendener); Jobin, Beat Gerber; Flurin Randegger, Blum; Krueger, Helbling; Tim Dubois; Pascal Berger, Martin Plüss, Simon Moser; Conacher, Derek Roy, Bodenmann; Reichert, Alain Berger, Müller; Luca Hischier, Gian-Andrea Randegger, Nico Hischier.

Lausanne: Caminada; Gobbi, Leeger; Genazzi, Lardi; Dario Trutmann, Stalder; Nodari, Jannik Fischer; Walsky, Hytönen, Florian Conz; Louhivaara, Miéville, Pesonen; Danielsson, Froidevaux, Déruns; Benjamin Antonietti, Paul Savary, Augsburger.

Bemerkungen: Bern ohne Bergenheim, Ebbett, Kobasew, Kreis, Ruefenacht, Scherwey, Untersander (alle verletzt) und Smith (gesperrt), Lausanne ohne Herren und Rytz (beide verletzt). – Timeout Bern (57:39).

(SI)


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