“Graduale” kehrt in den Thurgau zurück

Ausschnitt aus dem reich verzierten spätgotischen Choralbuch Graduale des Klosters St. Katharinental bei Diessenhofen TG.
Ausschnitt aus dem reich verzierten spätgotischen Choralbuch Graduale des Klosters St. Katharinental bei Diessenhofen TG. © Kanton Thurgau
Das reich verzierte spätgotische Choralbuch “Graduale” aus dem Kloster St. Katharinental kehrt für eine Ausstellung in den Thurgau zurück: Ab dem 29. November ist die Handschrift aus dem Jahr 1312 während zwei Monaten im Schloss Frauenfeld zu sehen.

Es handle sich um eine der kostbarsten Handschriften der Schweiz, heisst es in einer Mitteilung der Thurgauer Staatskanzlei vom Freitag. Das Landesmuseum Zürich stellt das Graduale als Leihgabe für die Mittelalter-Ausstellung “Zankapfel Thurgau” zur Verfügung. Am ersten Advent wird es in Frauenfeld feierlich enthüllt.

Das Choralbuch ist 13 Kilogramm schwer und enthält einzigartige spätgotische Buchmalereien. Das Graduale sei “von grossem Wert für die Kunst- und Kulturgeschichte des beginnenden Spätmittelalters im Bodenseeraum”, wird Gabriele Keck, Museumsdirektorin im Schloss Frauenfeld, zitiert.

Das Graduale war bis ins 19. Jahrhundert im Kloster St. Katharinental bei Diessenhofen TG im Gebrauch. Dann kam es in den Besitz eines Konstanzer Antiquars. 1958 wurde die Handschrift in London versteigert und vom Landesmuseum für knapp 400’000 Franken erworben – mit finanzieller Beteiligung des Kantons Thurgau.

Das Choralbuch enthält zahlreiche Miniaturen auf Goldgrund, filigrane Initialen, Musiknoten und lateinische Liedtexte, “eine wahrhaftige Augenweide”, wie die Staatskanzlei schreibt. Die Vitrine mit dem Graduale erhält einen prominenten Platz in der Ausstellung “Zankapfel Thurgau” über das 14. und 15. Jahrhundert.

(SDA)


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