Billig-Airline AirAsia plant Bangkok-Frankfurt zu Kampfpreisen

Bald ein vertrauter Anblick am Flughafen Frankfurt? Air Asia will Bangkok-Flüge ab dem deutschen Drehkreuz anbieten. (Archiv)
Bald ein vertrauter Anblick am Flughafen Frankfurt? Air Asia will Bangkok-Flüge ab dem deutschen Drehkreuz anbieten. (Archiv) © KEYSTONE/EPA/FAZRY ISMAIL
Asiens grösster Billigflieger AirAsia will demnächst von Bangkok aus Frankfurt anfliegen. “Wenn alles klappt, machen wir das in den kommenden zwölf Monaten”, sagte Gründer und Airline-Chef Tony Fernandes.

Der Flug würde wohl etwas mehr als 200 Euro (221 Franken) kosten, erklärte Fernandes am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur dpa am Rande des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Kuala Lumpur.

Direktflüge zwischen Bangkok und Frankfurt bieten Lufthansa und Thai Airways an. Sie kosten in der Regel mehr als 700 Euro. Das Passagierpotenzial sei in beide Richtungen riesig, betonte Fernandes. AirAsia zielt vor allem auf den Touristenmarkt.

AirAsia startete 2001 mit zwei Flugzeugen. Heute fliegt die Fluggesellschaft mit 170 Maschinen 88 Ziele überwiegend in Asien an. Sie transportierte im ersten Quartal 2016 rund 14 Millionen Passagiere.

Das Schwesterunternehmen AirAsia X flog zwischen 2009 und 2012 London und später Paris an, stellte die Routen wegen hoher Kosten aber ein. Fernandes will auch nach London zurückkehren.

Beim Versuch, Langstreckenflüge billig anzubieten, sind schon etliche Gesellschaften wie Laker, Oasis oder People Express pleite gegangen. Grösster Anbieter in Europa ist aktuell Norwegian, die vor allem US-Flüge aus Skandinavien und London abdeckt.

Lufthansa hat ihre Billigtochter Eurowings mit bislang vier Flugzeugen auf die touristische Langstrecke angesetzt. Als schwieriger gelten Verbindungen Richtung Asien, weil hier auch die starken Gesellschaften vom Arabischen Golf mitspielen.

Auf der Langstrecke entfallen wichtige Kostenvorteile der Billigflieger. So nimmt der Kostenanteil des für alle gleich teuren Kerosins mit der Entfernung zu. Die Crews können nicht unmittelbar zurückfliegen, so dass komplexere Umläufe für Maschinen und Personal geplant werden müssen.

Längst nicht mehr alle Flughäfen kommen wegen des fehlenden Passagierpotenzials als Flugziel in Frage, so dass auf grössere, teurere Flughäfen ausgewichen werden muss.

Dass überhaupt über Billigflüge auf Langstrecken nachgedacht wird, liegt nicht zuletzt an neuen, deutlich sparsameren Flugzeugtypen wie der Boeing 787 und dem Airbus A330. Sie können aus einem starken Heimatmarkt in touristisch und geschäftlich interessante Ziele betrieben werden, wie es AirAsia zwischen Malaysia und Australien demonstriert.

Auch ist die Nachfrage nach Flügen zwischen den asiatischen Geschäftszentren so hoch, dass sich hier dauerhaft Billigflieger auf langen Strecken etabliert haben. Einen anderen Weg geht Norwegian, die nur auf zehn ihrer 20 Langstrecken überhaupt Konkurrenz hat und so Schwächen im Netz der skandinavischen Airline SAS nutzt.

(SDA)


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