«Bin keiner, der Vodka runterleert»

Nemo wird in zwei Wochen 18 Jahre alt.
Nemo wird in zwei Wochen 18 Jahre alt. © FM1Today/Lara Abderhalden
Der 17-jährige Nemo spielt gerne im kleinen, intimen Rahmen wie am Openair Lumnezia. Vor seinem Konzert hat er mit uns über seine schönsten Festivalerlebnisse, seinen Beziehungsstatus und seine Pläne für den 18. Geburtstag gesprochen.


Nemo, ich weiss nicht, ob es dir ähnlich erging, aber für mich war der Weg ans Openair Lumnezia, als würde ich ans Ende der Welt fahren.
Mir sind vor allem die vielen Kurven aufgefallen. Es ging nicht allen so gut, wir mussten einige Male anhalten und frische Luft schnappen. Aber man muss auch sagen, dass es wunderschön ist hier.

Man hat dich in diesem Sommer schon an etlichen Konzerten gesehen. Unter anderem am Openair St.Gallen und am Openair Frauenfeld. Das Openair Lumnezia ist um einiges kleiner. Gefällt es dir trotzdem?
Es kommt nicht darauf an, wie gross ein Festival ist. Es kommt immer auf die Stimmung an. Manchmal kann ein kleines, intimes Konzert auch ganz schön sein. Leider hatte ich noch nicht gross Zeit, das Festival zu erkunden, da ich von Interviewtermin zu Interviewtermin muss.

Was war für dich das schönste Erlebnis auf deiner Festivaltour?
Ich glaube, das sind die Menschen, die man immer wieder trifft. Ich bin erstaunt, wie vielen Künstlern man begegnet. Mit Dabu Fantastic beispielsweise habe ich schon vier-, fünfmal an Festivals gespielt. Und natürlich das Publikum. An Festivals herrscht immer eine spezielle Stimmung. Man sieht die Leute lächeln und die Atmosphäre ist positiv.

Du bist aber nicht nur auf Schweizer Festivals unterwegs, sondern auch international. Man wird dich am Sziget Festival in Budapest sehen. Verstehen dich die Leute dort überhaupt?
Ich habe tatsächlich Recherche betrieben und es gibt viele Schweizer, die nach Budapest pilgern. Eine Gruppe von zwölf Leuten hat mir schon zugesichert, dass sie mein Konzert besuchen werden. Also habe ich schon ein paar Leute, die mich verstehen.

Nemos bekanntester Song «Himalaya»:

Aber es ist vermutlich schon eine Ehre, an so einem grossen Festival spielen zu dürfen?
Ja, es ist eine riesen Erfahrung und ich freue mich riesig, mit der ganzen Band dorthin reisen zu dürfen.

Du bist 17 Jahre alt und schaffst, wovon viele Schweizer Künstler träumen. Gibt es da nicht viele Neider?
Nein, das merke ich nicht gross. Wir sind doch alle in der Schweiz eine grosse Familie und ich gönne den anderen Künstlern auch Auftritte in der Schweiz oder weltweit. Es herrsch ein grosser Zusammenhalt.

In deinem Song «Ke Bock» singst du von einem Haufen «Bla, bla, bla» und dass du darauf keine Lust hast. Was genau meinst du damit?
Als Musiker oder Künstler begegnet man auf seinem Weg einem Haufen Leuten, die dir immer wieder sagen, dass das und das nicht möglich ist. Dass du das und das nicht hinkriegst und sie das Gefühl haben, das Prinzip der Welt verstanden zu haben. Der Frust beginnt bereits in der Schule, wenn dir der Lehrer sagt, du sollst etwas Richtiges tun, um nicht auf der Strasse zu landen. Es wird ein unglaublicher Druck aufgebaut und man muss in eine Schublade passen. Dabei gibt es doch Tausende von Jobs, die noch gar nicht erfunden sind. Ich möchte den Leuten Mut machen, etwas Neues zu wagen.

Es gibt zwei Dinge, zu denen ich keine Informationen im Internet gefunden habe. Dein Geburtstag und dein Beziehungsstatus.
3. August 1999 und über meinen Beziehungsstatus rede ich nicht gerne.

Gibt es eine Frau an deiner Seite?
Darüber möchte ich nichts sagen.

In zwei Wochen ist dein Geburtstag. Was hast du vor?
Ich hatte noch keine Zeit, mir darüber Gedanken zu machen. Im Moment ist so viel los. Vielleicht gibt es ein Fest, sobald der ganze Openair-Wahnsinn vorbei ist.

Worauf freust du dich am meisten, wenn du volljährig bist?
Ich will sicher wählen gehen. Autofahren schiebe ich noch etwas hinaus. Ansonsten bin ich keiner, der denkt, jetzt bin ich 18, jetzt kann ich endlich eine Runde Vodka runterleeren.

Also kein Vodka vor dem Konzert?
Nein, ich muss meine Stimme schonen. Ich bin stimmlich nicht so auf der Höhe und habe deshalb die letzten paar Tage geschwiegen.

Nemo im Interview mit FM1Today-Redaktorin Lara Abderhalden

Nemo im Interview mit FM1Today-Redaktorin Lara Abderhalden. (Bild: FM1Today/Lara Abderhalden)

(abl)


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