Chinesisches Angebot für Syngenta

Syngenta-Logo an der Fabrik in Monthey: Die Spekulationen um eine Übernahme des Schweizer Unternehmens reissen nicht ab. (Archivbild)
Syngenta-Logo an der Fabrik in Monthey: Die Spekulationen um eine Übernahme des Schweizer Unternehmens reissen nicht ab. (Archivbild) © KEYSTONE/MAXIME SCHMID
Das chinesische Staatsunternehmen ChemChina hat laut der Finanznachrichtenagentur Bloomberg ein neues Angebot für den Schweizer Agrochemie-Konzern Syngenta vorgelegt. Es soll sich auf rund 470 Franken pro Aktie für zunächst 70 Prozent des Unternehmens belaufen.

Unter Berufung auf “mit der Angelegenheit vertraute” Quellen berichtet Bloomberg, dass die staatseigene China National Chemical (ChemChina) eine zweistufige Übernahme vorschlägt. ChemChina will demnach zunächst 70 Prozent von Syngenta übernehmen und sich eine Option für den späteren Kauf der restlichen 30 Prozent sichern.

Der Verwaltungsrat des Basler Konzerns will nach den Bloomberg-Quellen noch vor Ende Jahr einen Entscheid zum Übernahmevorschlag fällen. Die Gespräche befänden sich zwar in einem fortgeschrittenen Stadium, es gebe aber keine Garantie auf einen Abschluss, schreibt Bloomberg weiter.

Bloomberg berichtet zudem, dass Syngenta nach wie vor auch im Kontakt mit dem US-Multi Monsanto steht, dessen Avancen die Syngenta-Führung in den vergangenen Jahren mehrmals zurückgewiesen hatte. Nach der kürzlichen Megafusion von Dow Chemical und DuPont wird mit einer Konsolidierungswelle in der Branche gerechnet.

Syngenta- und ChemChina-Vertreter äusserten sich gegenüber Bloomberg nicht zu den Berichten. Syngenta-Interimschef John Ramsay signalisierte in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit der Nachrichtenagentur Dow Jones grundsätzliches Interesse an “allen wertsteigernden Gelegenheiten in der Branche”. “Das schliesst Monsanto und viele andere mit ein”, sagte er.

Zu angeblichen Gesprächen mit ChemChina wollte Ramsay sich im Interview nicht äussern. Er erklärte aber, dass ein Zusammenschluss mit den Chinesen weniger hohe regulatorische Risiken beinhalten würde als mit den westlichen Rivalen, zu denen auch BASF und Bayer gehören.

Spekulationen über einen Übernahmeversuch aus China oder anderswoher hatten die Aktien des Basler Konzerns in den vergangenen Wochen mehrmals beflügelt. Am Freitagabend gingen sie mit 374.50 Franken aus dem Handel.

(SDA)


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