Ein blutleerer Auftritt

Bittere Heimpleite: Die Espen enttäuschen gegen Thun auf ganzer Linie.
Bittere Heimpleite: Die Espen enttäuschen gegen Thun auf ganzer Linie. © (KEYSTONE/Eddy Risch)
Das war gar nichts! St.Gallen findet im Heimspiel gegen Thun nicht statt und verliert hochverdient mit 1:2. Chancen waren Mangelware und entstanden nur durch Zufall. Die Zuschauer konnten ihre Wut über diesen Auftritt nicht verbergen. Mit einem gellenden Pfeifkonzert verabschiedeten sie ihr Team in die Garderobe, auch «Zinnbauer raus»-Rufe waren zu hören. Hier geht’s zu den Spielernoten.

Tor

Daniel Lopar. Note: 3

Hielt seine Farben in den Startminuten im Spiel und konnte sich gleich mehrfach auszeichnen. Glänzend war vor allem seine Fussabwehr kurz vor der Pause gegen Sorgic. Danach liess er sich von der Verunsicherung anstecken. Viele Abschläge landeten im Niemandsland und beim Kopfballtreffer durch Thuns Topskorer müsste er die Kugel wegfausten.

Verteidigung

Silvan Hefti, Note: 2

Spielte eine sehr unauffällige Partie und blieb bei fast jedem Angriffsversuch an einem Thuner-Abwehrspieler hängen. Trotzdem dürfte seine Zweikampfquote noch am besten sein. Bei der einzigen herausgespielten Chance durch Ajeti hatte er den Angriff ausgelöst.

Karim Haggui, Note: 2

War nicht präsent auf dem Platz und kam immer einen Schritt zu spät. Strahlte nicht die Ruhe aus, wie man es von ihm erwartet. Auf ein lautes Machtwort um sein Team aufzurütteln, wartete man vergebens.

Martin Angha, Note: 2

Auch er wusste nicht zu überzeugen. Angha verschuldete den Penalty, der zum 0:1 führte. Bei der Spieleröffnung rat- und ideenlos. Die weiten Bälle in die gegnerische Platzhälfte waren ein Ärgernis, denn alle landeten im Seitenaus oder bei einem Gegenspieler.

Mittelfeld

Marco Aratore, Note: 2

Auch ihm gelang nichts unberechenbares. Wie jeder auf dem Platz konnte Aratore kaum ein Duell für sich entscheiden. So kann es nicht gefährlich werden.

Toko, Note: 2

Kämpfte, kam aber immer einen Schritt zu spät. Kreativer Höhepunkt des Spiels: Seine Spielverlagerung nach 79 Minuten auf Wittwer, mehr kam da nicht.

Roy Gelmi, Note: 2

Hatte keinen Einfluss auf die Partie und war kaum an der Kugel. Nach einer knappen Stunde wurde Gelmi erlöst und durch Tafer ersetzt. Vier Minuten später erzielte der Franzose den Anschlusstreffer.

Andreas Wittwer, Note: 2

Blieb über die ganze Spieldauer blass. Probierte es mehrere Male aus der Distanz, wobei Faivre nur ein einziges Mal eingreifen musste. Seine Ex-Kollegen hatten ihn im Griff.

Tranquillo Barnetta, Note: 2

Konnte sich gegen die aufsässigen und aggressiven Thuner nicht durchsetzten. Auch seine Standards waren enttäuschend und harmlos. Dem St.Galler-Mittelfeld gelang nicht eine Ballstafette über mehrere Stationen. Nach einer Stunde wurde er durch Salihovic ersetzt.

Sturm

Roman Buess, Note: 2

Trat genau einmal offensiv in Erscheinung. Kurz vor dem Doppelwechsel verlängerte er einen weiten Ball von Hefti auf Ajeti, das war’s. Eine Viertelstunde vor Schluss kam Babic für ihn ins Spiel. Es gibt bestimmt schönere Momente für ein Heimspiel-Début.

Albian Ajeti, Note: 2

Auch er erwischte einen schwachen Tag. Seine einzige Chance des Spiels konnte er nicht nutzen. St.Gallens bester Torschütze wartet nun seit drei Spielen auf einen Torerfolg. Immerhin war sein Schuss Ausgangspunkt des Anschlusstreffers.

FM1Today-Teamschnitt: 2,1

Fazit: Die Espen versagten auf ganzer Linie. Keine gewonnenen Zweikämpfe, Fehlpässe in Hülle und Fülle und eine Lustlosigkeit, die nicht zu überbieten war. Diese Leistung war von der ganzen Mannschaft unterirdisch. Schon der Start in die Partie liess nichts Gutes ahnen. Die Thuner drückten die St.Galler in die eigene Platzhälfte und zwangen Lopar zu mehreren Paraden. Eigentlich hätten die Thuner schon in der ersten Hälfte in Führung gehen müssen. Nur dank Lopar stand es zur Pause immer noch 0:0.

Nach dem Seitenwechsel ging es im exakt gleichen Stil weiter. Angha leitete mit einem Foulspiel im Strafraum gegen Sorgic die St.Galler-Niederlage ein. Zwei Zeigerumdrehungen später erhöhte Sorgic nach einem Eckball auf 2:0. Bei diesem Gegentor war Lopar nicht auf dem Posten. Zinnbauer musste reagieren und wechselte nach einer Stunde doppelt. Salihovic und Tafer ersetzten die wirkungslosen Gelmi und Barnetta.

Wer sich einen St.Galler Sturmlauf erhoffte, wurde enttäuscht. Trotz des Anschlusstreffers durch Tafer konnte sich die Mannschaft nicht aufbäumen. Es waren die Thuner, die einen noch höheren Sieg verpassten. Kurz vor dem Abpfiff scheiterte Rapp völlig frei vor Lopar.

Für die Ostschweizer ist es die vierte Niederlage in Folge. In den letzten Wochen wurden die St.Galler in der Tabelle durchgereicht. Auf den neunten Rang haben die Espen nur noch einen Punkt Vorsprung, auf Schlusslicht Vaduz sind es noch acht Punkte. Die Euphorie und die spielerische Leichtigkeit vom Rückrundenstart sind verpufft. Die Art und Weise wie St.Gallen in den letzten Spielen Fussball spielte, erinnerte stark an die Krise vom letzten Herbst. Die Aufgabe auf die Erfolgsspur zurück zu kehren wird nicht einfacher. Nächsten Sonntag ist YB zu Gast im Kybunpark.


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