Bündner Kandidatur für Winterspiele 2026 wahrscheinlich

Die Kandidatur für die Olympischen Winterspiele 2022 vermochte die Bündner Stimmberechtigten vor zwei Jahren nicht zu überzeugen. Nun dürfte ein neuer Anlauf genommen werden. (Archiv)
Die Kandidatur für die Olympischen Winterspiele 2022 vermochte die Bündner Stimmberechtigten vor zwei Jahren nicht zu überzeugen. Nun dürfte ein neuer Anlauf genommen werden. (Archiv) © KEYSTONE/ARNO BALZARINI
Eine Kandidatur Graubündens um die Austragung der Olympischen Winterspiele 2026 wird immer wahrscheinlicher. Die Bündner Regierung will die “Ausarbeitung einer Kandidatur” unterstützen. Sie hat einen entsprechenden Auftrag aus dem Parlament angenommen.

Graubünden verfüge aus dem Prozess “Olympische Winterspiele Graubünden 2022” über ausgezeichnete Grundlagen für eine Bewerbung, teilte die Regierung am Montag mit. Befürworter der Winterspiele hatten ein Konzept für Spiele im 2022 ausgearbeitet und im Alpenkanton im März 2013 zur Abstimmung gebracht. Sie scheiterten an der Urne mit einem Nein-Stimmen-Anteil von knapp 53 Prozent.

Nun ist die Niederlage offenbar verdaut und die Bündner Wirtschaft will einen neuen Anlauf nehmen. Den im August eingereichten Auftrag an die Regierung unterzeichneten 90 der 120 Parlamentsmitglieder. Die Wirtschaft werde die “Initiative für eine Bewerbung übernehmen”, hiess es. Die Regierung wurde aufgefordert, die Bewerbung zu unterstützen.

Offiziell lanciert wurde die Kandidatur allerdings noch nicht. Doch wie im Parlament zu vernehmen war, haben alle drei Dachverbände der Bündner Wirtschaft bereits die Vorarbeiten aufgenommen. Die Befürworter der Winterspiele 2026 versprechen sich aus mehreren Gründen mehr Erfolg als mit der Kandidatur 2022.

Als positiv gewertet wird die vom Internationalen Olympischen Komitee letzten Dezember verabschiedete “Agenda 2020”, die bei der Vergabe der Winterspiele 2026 erstmals angewendet wird. Kandidaten erhalten mehr Freiraum, ein olympisches Projekt zu entwickeln, das möglichst gut zu ihrer Region passt.

Das neue Konzept des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) erlaubt aus Gründen der Nachhaltigkeit und der Kostensenkung die Vorrundenspiele und die Austragung einzelner Sportarten ausserhalb der Gastgeberstadt. Zudem wird die Nutzung vorhandener Sportstätten unterstützt. Die Zahl notwendiger Neubauten soll so reduziert werden, die Spiele günstiger und kleiner werden.

Graubünden habe die Winterspiele nötiger den je, sagen die Befürworter. Seit der Volksabstimmung im 2013 habe sich die wirtschaftliche Situation des Kantons stark verschlechtert. Stichworte sind: Starker Franken, Baurückgang wegen der Zweitwohnungsinitiative und Preisverfall in der Wasserkraft.

Die Durchführung von Olympischen Winterspielen würde der Bündner Wirtschaft den “dringend benötigten Schub” verleihen, sind die Befürworter überzeugt. Und die Regierung meint, dass die Spiele positive Impulse für den ganzen Kanton brächten und nicht nur für die Austragungsorte.

Dennoch signalisieren die Promotoren, dass die Spiele in mehreren Regionen Graubündens ausgetragen würden und allenfalls auch ausserhalb des Kantons. Damit soll eine erneute Kandidatur mehrheitsfähiger werden. Die Idee einer Kandidatur 2022 war nicht zuletzt daran gescheitert, dass nur Davos und St. Moritz als Austragungsorte vorgesehen waren.

Graubünden muss sich mit den neuen Olympia-Plänen sputen. Swiss Olympics will schon nächsten Frühling entscheiden, welche Kandidatur innerhalb der Schweiz weiterverfolgt wird. Bereits lanciert wurde eine Walliser Kandidatur.

(SDA)


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