Bürger müssen zahlen – Gemeinderäte nicht

In Amden sorgt der Gemeinderat für rote Köpfe. In einem Strassenprojekt bittet er Anwohner kräftig zur Kasse, in einem anderem zeigt er sich grosszügig. Von der Beitragsbefreiung profitiert dabei der Gemeindepräsident – und sieht sich mit dem Vorwurf der Mauschelei konfrontiert. 

Die idyllische Lage hoch über dem Walensee täuscht. Die Gemeinde Amden kommt einfach nicht zur Ruhe. Nach den Streitigkeiten um die Unterbringung von Asylbewerbern zoffen sich einige Bürger und der Gemeinderat nun wegen zwei Strassenbauprojekten. Anwohner der Durschlegistrasse sind sauer. Nicht nur haben sie einen Tag vor Weihnachten, am 23.Dezember, eine gepfefferte Rechnung erhalten – sie müssen sich mit 150’000 Franken an Baukosten von Total 750’000 Franken beteiligen.

Verärgert sind sie vor allem, weil in einem ähnlichen Fall die öffentliche Hand ganz unterschiedlich und vor allem kulanter vorgegangen ist. Im zweiten Strassenbauprojekt müssen sich nämlich Anwohner nicht an den Kosten beteiligen. Pikant dabei: Von der Beitragsbefreiung profitieren Gemeindepräsident Urs Roth, sein Vize Toni Jöhl sowie mit Beat Gmür ein weiterer Gemeinderat.

Betroffene Anwohner werfen dem Gemeinderat deshalb Mauschelei vor. So harte Worte benützt George Hug, ein Anwohner der Durschlegistrasse, nicht. Dennoch: “Wir fühlen uns ungerecht behandelt”, sagt er. Gemeindepräsident Urs Roth kann den Ärger nachvollziehen, den Vorwurf der Mauschelei weist er aber weit von sich. Man könne die beiden Strassenprojekte nicht miteinander vergleichen. Die gesetzliche Grundlage sei unterschiedlich. Für das zweite Projekt gelte ein anderes Finanzausgleichsgesetz.

Den verärgerten Anwohnern reicht diese Erklärung aber nicht, sie schliessen sich nun zusammen und wollen das weitere Vorgehen planen – die Rechnung zahlen sie vorerst nicht.

Den ganzen Bericht auf TVO, ab 18 Uhr stündlich wiederholt.

(red)


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