Bundesadler mit Banane macht Furore

Von Claudia Amann
Der Bundesadler und seine adaptierte Version.
Der Bundesadler und seine adaptierte Version. © Screenshot/FM1Today
Die Vorgänge rund um die Präsidentenwahl in Österreich haben einen Salzburger veranlasst, das österreichische Wappen neu zu interpretieren: Er hat dem Adler statt Hammer und Sichel zwei Bananen verpasst.

Die Bundespräsidentschaftswahl in Österreich ist zu einem wahren Kuriosum geworden. Wegen Problemen mit dem Kleber auf den Umschlägen für die Briefwahlunterlagen musste die Wiederholung der Wahl verschoben werden. In vielen Ländern macht man sich über die Republik lustig, die Bürger selbst kommen aus dem Kopfschütteln kaum mehr heraus. Oftmals fällt der Bergriff«Bananenrepublik».

Aus diesem Anlass hat ein Salzburger Baumeister eine eigene Fahne gehisst. Sie zeigt drei Adler mit Bananen in den Klauen. Das originale Wappentier ist mit einem Hammer und einem Sichel ausgestattet.

Karikatur vor Büro

Die Flagge mit der Karikatur hing der Mann vor das Gebäude seines Büros. Er habe sich zuvor mit einem Künstler zusammengesessen und gesagt: «Was in unserer Republik so vorgeht, was man so täglich erlebt, das wäre eigentlich einmal eine Idee, dass man das ein bisschen dokumentiert und künstlerisch darstellt.» Der Künstler habe dann die Entwürfe angefertigt und diese zu einer Fahne gestaltet, erklärte der Salzburger gegenüber dem österreichischen Rundfunk.

Prompte Anzeige

Die Reaktionen blieben nicht aus: Passanten hätten das Design mit Humor genommen, 50 Fahnen hat der Mann gar schon verkauft. Die Polizei findet die Aktion allerdings weniger amüsant. Der Baumeister erhielt nur wenige Tage nach der Flaggenhissung eine Anzeige wegen «Herabwürdigung von Staatssymbolen». Wer die Fahne oder ein anderes Symbol der Republik Österreich öffentlich «beschimpft, verächtlich macht oder sonst herabwürdigt», dem drohen nach dem Paragrafen 248 des Strafgesetzbuches bis zu sechs Monate Haft oder eine Geldstrafe.

«Ich will ja nicht die Republik verhöhnen, sondern ich bin ein kritischer Geist – man kennt mich. Und eine gewisse Meinungsfreiheit wird man in dieser Republik noch haben, denke ich mir», verteidigt sich der Salzburger.

Unendliche Geschichte

Durch die Tatsache, dass sich der Staat Österreich bis dato nicht imstande war, einen neuen Präsidenten zu wählen, sprechen in der Tat viele Menschen von einer «Bananenrepublik».

Nachdem im Mai diesen Jahres der erste Wahldurchgang stattgefunden hatte, kam es zur Stichwahl zwischen dem grünliberalen Alexander Van der Bellen und dem FPÖ-Mann Norbert Hofer. Ersterer siegte knapp – so knapp, dass die FPÖ das Resultat anfechten konnte. Am 2. Oktober sollte schliesslich abermals gewählt werden. Doch einige Wahlkuverts waren defekt – der Klebstoff hielt nicht, was er versprochen hatte.

Der vierte Versuch einer möglichst seriösen Wahl wird voraussichtlich am 4. Dezember stattfinden. Wie auch immer das Resultat sein wird – es bedeutet, dass Österreich bis ins Jahr 2017 hinein keinen angelobten Präsidenten hat.


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