Bundesrat Berset eröffnet 30. Festival de Films in Freiburg

Thierry Jobin, künstlerischer Leiter des FIFF (Festival International de Films de Fribourg), zeigt das Festivalplakat.
Thierry Jobin, künstlerischer Leiter des FIFF (Festival International de Films de Fribourg), zeigt das Festivalplakat. © KEYSTONE/CYRIL ZINGARO
Bundesrat Alain Berset hat am Freitag die 30. Ausgabe des Festival International de Films de Fribourg (FIFF) eröffnet, das dieses Jahr im Zeichen des weiblichen Kinos steht. So zeigte es zur Eröffnung Kurzfilme von Alice Guy, der ersten Regisseurin der Filmgeschichte.

Die Französin drehte an der Wende des 19. zum 20. Jahrhunderts über tausend Kurzfilme. Doch kaum jemand erinnere sich noch an Alice Guy, sagte die administrative Leiterin des Festivals, Giovanna Garghentini Python, am Freitagabend im Freiburger Theater Equilibre.

Das FIFF wolle mit der Jubiläumsausgabe an alle Frauen erinnern, die in der Filmgeschichte eine wichtige Rolle gespielt hätten, sagte sie. Gezeigt werden dieses Jahr nicht nur Filme über Frauen oder von Frauen, auch die Jury des Langfilmwettbewerbs ist ganz weiblich.

Auf die Kurzfilme von Alice Guy folgte an der Eröffnung Charlie Chaplins “The Kid” von 1921, live musikalisch begleitet vom Freiburger Kammerorchester. Ausgewählt für den Eröffnungsabend hatte den Film Geraldine Chaplin, die Tochter des weltbekannten Schauspielers und Regisseurs.

Sie war an der Festivaleröffnung zumindest virtuell anwesend und begrüsste das Publikum mit einer Videobotschaft am “besten Festival der Welt”. Per Videobotschaft meldete sich auch die neuseeländische Regisseurin Jane Campion, einzige weibliche Preisträgerin der Palme d’Or von Cannes.

Von einer Frau mitbegründet

Mitbegründet hatte das FIFF einst auch eine Frau, nämlich Magda Bossy, woran Bundesrat Berset in seiner Eröffnungsrede erinnerte. Bei der Gründung sei es das Ziel gewesen, Filmen aus Drittweltländern eine Plattform zu bieten.

Doch diese geografische Eingrenzung habe sich schnell als zu eng erwiesen. Nun sind am FIFF zwar immer noch Filme aus exotischen Ländern zu sehen – aber auch asiatische Blockbuster oder sogar amerikanische Filmperlen, wie Berset ausführte.

Die Entscheidung, das Festival den Frauen zu widmen, bezeichnete Berset als “starke künstlerische und politische Geste”. Er hoffe, dass die gezeigten Filme zu Diskussionen anregen.

Das Kino der Frauen sei alles andere als fade, sagte zudem die Freiburger Staatsratspräsidentin Marie Garnier. “Die Diskriminierung der Frauen ist heute die weltweit verbreitetste Form des Ausschlusses”, sagte sie. Weibliches Kino sei deshalb “dringend notwendig”.

Das FIFF dauert noch bis 19. März. Bis dann wählen die Jurorinnen aus den 13 Filmen des Langfilmwettbewerbs den mit 30’000 Franken dotierten Regard d’Or aus, wie das FIFF am Freitag mitteilte. Daneben werden über 100 Filme verschiedenster Genres und aus verschiedensten Ländern gezeigt.

(SDA)


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