Dreister CEO-Betrug in Liechtenstein

19.10.2016, 21:27 Uhr
· Online seit 19.10.2016, 19:34 Uhr
Die Landespolizei Liechtenstein warnt vor aktuell laufenden Betrugshandlungen, genannt CEO-Betrug. Dabei geben sich die Täter als Mitglieder der Geschäftsleitung von Firmen oder der öffentlichen Verwaltung aus und verleiten Mitarbeiter zu Geldüberweisungen.
Claudia Amann
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Die Täter gehen folgendermassen vor: Sie kontaktieren Finanzverantwortliche eines Unternehmens oder einer Verwaltung und geben sich als Mitglied der Geschäftsleitung aus. Dies geschieht unter Verwendung echter Namen von tatsächlich existierenden Personen. Dabei nimmt der Täter deren Identität an, um einen Überweisungsauftrag glaubhaft erscheinen zu lassen.

Dreistes Vorgehen

Der Kontakt erfolgt laut Polizei per E-Mail, wobei die E-Mail-Adresse verfälscht wird. In konkreten Fällen war der Wortlaut oftmals derselbe: «Kannst du heute eine internationale Banküberweisung machen? Sag mir Bescheid, dann kann ich dir die Bankdaten schicken.» Wenn man auf die falschen E-Mails antwortet, gehen diese stets an eine abweichende E-Mail-Adresse. Diese sollte man vor dem Absenden prüfen. In den betroffenen Fällen handelte es sich um folgende Adresse: geschaeftsfuehrer.mail@gmail.com

Wird die E-Mail beantwortet, werden plausible geschäftliche Begründungen für die Finanztransaktionen angeführt und die Wichtigkeit und Dringlichkeit der Angelegenheit betont. Die Überweisung sollte dann stets auf ausländische Bankkonten erfolgen. Nach der Überweisung wird das Geld vom Täter unverzüglich abgehoben oder weitertransferiert.

So schützt man sich

Die Liechtensteiner Landespolizei hat einige Tipps zusammengefasst, mit welchen sich potentielle Opfer schützen können:

· Seien Sie sich bewusst, dass durch den Webauftritt ihres Unternehmens bzw. der Verwaltung weltweit Täter Informationen bis hin zu Unterschriftsproben erlangen können.

· Die Betrüger haben meist gute Informationen über die Person, als welche sie gegenüber einer Firma auftreten. Mitunter wissen die Täter auch, wann diese Person abwesend und nicht erreichbar ist. Die Täter simulieren stets Zeitdruck.

· Führen Sie klare Abwesenheitsregelungen und interne Kontrollmechanismen ein.

· Telefonische oder E-Mail-Zahlungsaufträge stets durch Rückruf auf eine offizielle Firmen- oder Mobiltelefonnummer des Auftraggebers überprüfen.

· Haben Sie einen Verdacht, dass Sie Opfer dieses Betrugsmodells wurden, wenden Sie sich bitte sofort an Ihre Bank, um die Zahlung stoppen zu lassen.

· Wenden Sie sich bei Auffälligkeiten und Fragen an die Liechtensteinische Landespolizei.

veröffentlicht: 19. Oktober 2016 19:34
aktualisiert: 19. Oktober 2016 21:27
Quelle: red.

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