ChemChina kauft Syngenta für 43,7 Milliarden Franken

Syngenta wird nach China verkauft, bleibt aber ein weltweit tätiges Unternehmen mit Hauptsitz in der Schweiz.
Syngenta wird nach China verkauft, bleibt aber ein weltweit tätiges Unternehmen mit Hauptsitz in der Schweiz. © AP Photo/Seth Perlman
Das Gerücht bestätigt sich: Die chinesische ChemChina kauft den Basler Agrochemiekonzern Syngenta für 43,7 Milliarden Franken. Der Verwaltungsrat von Syngenta empfiehlt den Aktionären einstimmig, das Angebot anzunehmen.

Das Übernahmeangebot von ChemChina besteht demnach aus 465 Dollar in bar und einer Sonderdividende von 5 Franken pro Aktie, wie Syngenta am Mittwoch mitteilte. Die Sonderdividende wird vorbehältlich der Annahme des Angebots, aber vor dessen Abschluss ausbezahlt. Das Angebot entspricht einem Wert von 480 Franken je Aktie. Zusätzlich würden die Aktionäre von Syngenta im Mai die beantragte ordentliche Dividende von 11 Franken erhalten.

Das Übernahmeangebot in der Schweiz und in den USA werde in den kommenden Wochen veröffentlicht. Die Transaktion soll bis Ende des Jahres abgeschlossen werden. Der Deal muss noch von den Wettbewerbsbehörden abgesegnet werden.

Syngenta bleibt ein weltweit tätiges Unternehmen mit Hauptsitz in der Schweiz, wie es im Communiqué heisst. Das derzeitige Management von Syngenta wird das Unternehmen weiterhin leiten. Nach Abschluss der Übernahme wird Ren Jianxin, Verwaltungsratspräsident von ChemChina, dem zehnköpfigen Verwaltungsrat vorstehen. Vier der aktuellen Verwaltungsräte werden dem Aufsichtsgremium weiterhin angehören.

Die Agrarkrise in Schwellenländern wie Brasilien sowie Wechselkursschwankungen machten Syngenta im Geschäftsjahr 2015 zu schaffen. Der Umsatz verringerte sich wegen des starken US-Dollars um 11 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar. Zu konstanten Wechselkursen stieg der Umsatz um 1 Prozent, bei einem Rückgang der Absatzmengen um 2 Prozent und Preiserhöhungen um 3 Prozent.

Angesichts der schwierigen Umständen habe sich Syngenta gut behauptet, schreibt der Konzern in einem Communiqué. Das Unternehmen habe früh den aktuellen Abschwung der Märkte antizipiert und bereits im Februar 2014 ein Sparmassnahmenpaket lanciert.

Der Betriebsgewinn sank um 13 Prozent auf 1,84 Milliarden Dollar. Unter dem Strich resultierte ein Reingewinn von 1,34 Milliarden Dollar, im Vergleich zu 1,62 Milliarden Dollar im Vorjahr. Die Dividende soll sich wie im Vorjahr auf 11 Franken pro Aktie belaufen.

(SDA)


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