Constantin klagt gegen Fringer

Christian Constantin ist nicht gerade zimperlich.
Christian Constantin ist nicht gerade zimperlich. © KEYSTONE/Valentin Flauraud
Unfassbare Szenen nach dem Spiel zwischen Lugano und Sion. Christian Constantin gibt Rolf Fringer mehrere Ohrfeigen und auch noch einen Fusstritt. Constantin hat jetzt eine Anzeige deponiert. 

Sion gewinnt wieder. 2:1 setzen sich die Walliser im Cornaredo gegen Lugano durch. Doch nach dem Schlusspfiff geht es nochmals richtig rund: Beim Interview mit Teleclub tickt Sion-Präsident Christian Constantin aus. Er gibt TV-Experte Rolf Fringer «drei, vier Ohrfeigen», wie dieser im Teleclub sagt.

Angriff ist die beste Verteidigung, sagt sich Christian Constantin. Er deponiert eine Klage gegen Rolf Fringer.«Ich habe eine Klage wegen Verleumdung und Verunglimpfung deponiert», sagte der Sion-Präsident gegenüber ATS.
Er habe Fringer schon mehrmals darauf hingewiesen, dass er dessen Kritik nicht länger goutiere.

Constantin hatte sich nach dem 2:1-Erfolg seiner Mannschaft in Lugano einen brutalen tätlichen Angriff auf den ehemaligen Schweizer Nationalcoach geleistet. Fringer, der als Experte für Teleclub im Einsatz war, wurde von Constantin umgestossen und ins Gesicht geschlagen.

 

SFL reagiert

Die Attacke des Walliser Klubchefs ist nach Aussagen von mehreren Zeugen schwerwiegender Natur. Der frühere Nationalcoach hat gemäss Augenzeugen gegen zehn Tritte und Ohrfeigen über sich ergehen lassen müssen; mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit dürfte der Eklat strafrechtliche Konsequenzen haben.

In einer ersten Communiqué-Reaktion verurteilt die SFL Constantins Verstoss gegen die Verhaltensregeln des Schweizerischen Fussballverbands SFV «aufs Schärfste und wird eine Untersuchung des Vorfalls durch die Disziplinarkommission veranlassen».

Die Tragweite ist unabsehbar, das mögliche Strafmass reicht wohl bis zu einer mehrjährigen Sperre. Es ist aufgrund der Beweislage ein hartes Durchgreifen der Sport-Justiz zu erwarten; zumal Constantin einen Vertreter des wichtigsten TV-Partners und Geldgebers der Super League angegriffen hat.

«Das hat mir gut getan»

Constantin meinte gegenüber Teleclub: «Ich habe ihm einen Tritt in den Hintern versetzt. Das hat mir gut getan. Wenn man attackiert wird, muss man sich wehren.» Offenbar löste ein Interview von Fringer die Wut von Constantin aus. Darin kritisierte der Experte den Sion-Boss scharf: «Er ist ein Narzisst, hat null Empathie, schaut nur für sich. Man sagt, er sein ein Farbtupfer für die Liga. Aber ich muss sagen, langsam wird es lächerlich. Es ist Jahr für Jahr der gleiche ‘Stuss’.»

Bereits vor zwei Jahren waren Fringer, damals Sportchef in Luzern, und Constantin verbal aneinander geraten, als der Sittener Präsident versucht hatte, den Innerschweizern Marco Schneuwly auszuspannen.

Vorbestrafter Constantin

Christian Constantin ist nicht zum ersten Mal handgreiflich geworden. Nach dem Spiel Kriens – Sion am 5. Dezember 2004 attackierte er Schiedsrichter Markus von Känel und den Assistenten José Antonio Gonzalez. Zweieinhalb Jahre später verurteilte ihn das Amtsgericht Luzern-Land wegen einfacher Körperverletzung gegen Schiedsrichter von Känel zu einer bedingten Geldstrafe von 24’500 Franken.

Die Tätlichkeiten gegenüber dem Assistenten konnten ihm nicht schlüssig nachgewiesen werden. Um eine unbedingte Strafe kam Constantin nur dank einer Gesetzesänderung herum, die just auf Anfang 2007 zu greifen begann. Von der Sportgerichtsbarkeit wurde Constantin zuerst für 30 Monate, nach verschiedenen weiteren Verhandlungen aber lediglich noch für drei Monate gesperrt.

(red.)


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