Credit Suisse mit Gewinn im zweiten Quartal

CS-Chef Tidjane Thiam steht nach den Halbjahreszahlen unter Druck, obwohl sie besser sind als erwartet. (Archiv).
CS-Chef Tidjane Thiam steht nach den Halbjahreszahlen unter Druck, obwohl sie besser sind als erwartet. (Archiv). © KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Die Grossbank Credit Suisse hat im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres schwarze Zahlen geschrieben. Unter dem Strich resultierte ein Gewinn von 170 Millionen Franken nach einem Verlust von 302 Millionen Franken im Vorquartal.

Im Vergleich zur Vorjahresquartal ergab sich allerdings ein Gewinneinbruch um 84 Prozent. Die Einnahmen gaben um 16 Prozent auf rund 5,5 Milliarden Franken nach.

Konzernchef Tidjane Thiam lobte in einer Medienmitteilung vom Donnerstag allerdings, dass die Grossbank trotz volatiler Märkte im zweiten Quartal überhaupt profitabel gewesen sei. Laut Thiam hat die Bank die Kostenbasis weiter gesenkt sowie die Redimensionierung von Geschäftsbereichen vorangetrieben.

Einigerorts zeigte man sich angesichts des Gewinns erfreut, hatte doch die zweitgrösste Schweizer Bank im ersten Quartal 2016 sowie im vierten Quartal 2015 jeweils einen Verlust ausgewiesen.

Der Geschäftsaufwand der Gruppe sank um 6 Prozent auf 4,9 Milliarden Franken. Die Grossbank sieht sich auf gutem Weg, das für Ende 2016 angestrebte Ziel zur Kostenreduktion zu erreichen oder sogar zu übertreffen.

Die Belegschaft der Grossbank hat sich trotz des Kostenprogramms mit zahlreichen Stellenstreichungen von April bis Juni im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum um rund 570 Personen auf nunmehr 47’200 Angestellte erhöht.

Das erklärt Finanzchef David Mathers an der Telefonkonferenz damit, dass die CS vor allem durch Einsparung von zugekauften Dienstleistungen mit externen Vertragsarbeitern als vielmehr bei Vollzeitstellen spare. Gegenüber dem ersten Quartal 2016 habe die Zahl der Mitarbeiter allerdings um rund 1 Prozent abgenommen.

Die Entwicklungen der CS im zweiten Quartal verliefen in den einzelnen Bereichen sehr unterschiedlich. Während die Nettoerträge in der Region Asien/Pacific im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum um rund 12 Prozent auf 911 Millionen Franken sanken, brach gleichzeitig der Vorsteuergewinn in dieser Region um rund 44 Prozent auf 206 Millionen Franken ein. Als Ursache für diese Entwicklung hob Mathers die starken Gegenwinde an den Märkten der Region hervor.

Im Segment Internationale Vermögensverwaltung blieben die Einnahmen bei rund 1,1 Milliarden Franken weitestgehend konstant. Allerdings ging der Vorsteuergewinn um rund 10 Prozent auf 245 Millionen Franken zurück. Die CS schreibt im Communiqué, dass die Netto-Neugelder im ersten Halbjahr 2016 infolge solider Mittelzuflüsse aus Schwellenländern und Europa 10,8 Milliarden Franken betragen hätten.

Die Erträge der Schweizer Universalbank sanken im Berichtszeitraum um 8,5 Prozent auf 1,33 Milliarden Franken. Der Vorsteuergewinn bei der Schweizer Einheit ging um 3,2 Prozent auf 453 Millionen Franken zurück.

Im Investmentbanking, dessen Werte die Grossbank in Dollar angibt, gingen die Einnahmen um 9 Prozent auf 558 Millionen Dollar zurück. Der Vorsteuergewinn reduzierte sich um 8,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 141 Millionen Dollar.

Bei Global Markets, dessen Werte die Grossbank ebenfalls in Dollar angibt, brachen die Erträge um rund 18,6 Prozent auf 1,7 Milliarden Dollar ein. Das Vorsteuerergebnis reduzierte sich um 62 Prozent auf nunmehr 156 Millionen Dollar. Laut der CS seien in diesem Geschäftsbereich im zweiten Quartal die Redimensionierung sowie die Kosteneffizienz vorangetrieben worden.

Die strategische Abwicklungseinheit kam im zweiten Quartal auf einen Vorsteuerverlust von 778 Millionen Dollar – nach einem Verlust von 266 Millionen Dollar im Vorjahresquartal.

Die Anleger zeigten sich am Donnerstagvormittag vom Resultat der CS erfreut. Die CS-Titel eröffneten den Handel knapp 3 Prozent in Plus, mussten im frühen Handel jedoch einen Teil der Gewinne wieder abgeben. Um stand um 10.30 Uhr der Kurs der CS-Aktie noch um 0,8 Prozent im Plus, derweil der Gesamtmarkt gemessen am SMI 0,2 Prozent gewann.

Die Anteilsscheine waren in den vergangenen Monaten unter Druck geraten. Seit der neue Chef Tidjane Thiam das Ruder vor rund einem Jahr übernommen hatte, ist der Kurs um etwa 60 Prozent eingebrochen. Nun scheinen die Anleger wieder zuversichtlicher und der Kurs erholt sich.

(SDA)


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