CS-Aktien verlieren wegen schärferen Kapitalvorschriften an Wert

Für systemrelevante Banken wie die Credit Suisse sollen künftig strengere Eigenkapitalvorschriften gelten.
Für systemrelevante Banken wie die Credit Suisse sollen künftig strengere Eigenkapitalvorschriften gelten. © Keystone/STEFFEN SCHMIDT
Nach der Verschärfung der Eigenmittelregeln für Grossbanken durch den Bundesrat haben sich die Aktien der Credit Suisse und der UBS am Donnerstagmorgen uneinheitlich entwickelt. Die CS-Aktie verlor bis gegen 11 Uhr rund 3 Prozent an Wert. Jene der UBS lag dagegen 0,1 Prozent im Plus.

Der Gesamtmarkt gemessen am SMI lag zur selben Zeit rund 0,3 Prozent im Plus.

Der Bundesrat hatte am Mittwoch angekündigt, die Anforderungen für systemrelevante Banken zu verschärfen. Damit soll verhindert werden, dass der Staat bei einer Finanzkrise einspringen muss.

Die ungewichtete Eigenkapitalquote (Leverage Ratio) für Grossbanken soll demnach von 3,1 auf 5 Prozent erhöht werden. Die Leverage Ratio ist eine Ergänzung der risikogewichteten Eigenkapitalquote. Sie setzt die ungewichtete Bilanzsumme ins Verhältnis zum regulatorischen Eigenkapital. Sie soll den Bankensektor vor einer übermässigen Verschuldung bewahren.

Heute betragen die Anforderungen für die systemrelevanten Banken 3,1 Prozent für die Leverage Ratio und 13 Prozent bei den risikogewichteten Aktiven. Künftig gibt es eine Grundanforderung für alle systemrelevanten Banken sowie eine zusätzliche Komponente je nach Grad der Systemrelevanz. Die Grundanforderung für die Leverage Ratio beträgt 4,5 Prozent und bei den risikogewichteten Aktiven 12,9 Prozent.

Für die Grossbanken führt dies zu Anforderungen von 5 Prozent für die Leverage Ratio und 14,3 Prozent bei den risikogewichteten Aktiven. Daneben müssen international tätige, systemrelevante Banken zusätzliches Kapital halten, um im Krisenfall ihre Sanierung zu gewährleisten oder die systemrelevanten Funktionen weiterzuführen und die anderen Einheiten ohne öffentliche Mittel abzuwickeln.

Die Banken müssen die neuen Anforderungen bis Ende 2019 erfüllen. Sowohl die UBS als auch die CS haben noch Kapitalbedarf. Laut der Finanzmarktaufsicht (FINMA) beträgt die Leverage Ratio der UBS gegenwärtig 3,6 Prozent und jene der Credit Suisse 3,7 Prozent.

Bereits erfüllt hat die Anforderungen die Raiffeisen-Gruppe. Die Grundanforderung von 4,5 Prozent für die Leverage Ratio wird gemäss Raiffeisen mit 6,7 Prozent übertroffen. Auch bei den risikogewichteten Aktiven liege die Banken-Gruppe mit 16,2 Prozent über dem Soll von 12,9 Prozent.

Als systemrelevante Banken gelten in der Schweiz die UBS, CS, Zürcher Kantonalbank, Raiffeisenbank und Postfinance.

(SDA)


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