Trauer im Motorrad-Zirkus: Luis Salom tödlich verunglückt

Luis Salom stürzt in Spanien schwer.
Luis Salom stürzt in Spanien schwer. © KEYSTONE/EPA/TANNEN MAURY
Die Motorrad-Szene trauert um Luis Salom. Der 24-jährige Spanier stirbt am Freitag nach einem schweren Sturz im Moto2-Training zum Grand Prix von Katalonien in Montmelo.Der Sturz passierte am Freitagnachmittag rund 20 Minuten nach Beginn der zweiten Trainingssitzung der Moto2-Kategorie.

Luis Salom verlor in Kurve 12 die Kontrolle über sein Motorrad. Der 24-jährige Spanier, Teamkollege des Schweizers Jesko Raffin, stürzte bei hoher Geschwindigkeit.

Aufnahmen der Überwachungskameras zeigen, dass Salom auf der asphaltierten Auslaufzone mit grosser Wucht in sein eigenes Motorrad rutscht. Dieses war vom mit Luft gefüllten Streckenbegrenzungskissen abgestoppt worden.

Das Training wurde sofort abgebrochen. Der erste Arzt war schon nach gut 30 Sekunden nach dem Sturz an der Unfallstelle. Der Kampf um das Leben von Salom, der einen Herzstillstand erlitten hatte, hatte begonnen.

Während 18 Minuten wurde versucht, den Spanier mittels Herz-Lungen-Reanimation an der Strecke wiederzubeleben. Aufgrund der Schwere der Verletzung wurde entschieden, Salom ins Spital zu transportieren. Ein Transport mit dem Helikopter war jedoch nicht möglich, weil für die nötigen Rettungsmassnahmen zu wenig Platz zur Verfügung stand.

Stattdessen wurde Salom mit der Ambulanz ins rund 20 km entfernte Hospital General nach Barcelona gefahren, wo er um 16.10 Uhr eintraf. Seine Mutter Maria Antonia und sein Schweizer Manager Marco Rodrigo folgten der Ambulanz im Privatauto. Trotz sofortiger Operation konnten die Ärzte Saloms Leben jedoch nicht mehr retten. Der neunfache GP-Sieger starb um 16.55 Uhr, eineinhalb Stunden nach seinem fatalen Crash.

Salom begann seine 118 Rennen dauernde Karriere 2009 und fuhr fünf Saisons lang in der kleinsten WM-Kategorie. Nach dem Aufstieg in die Moto2 fuhr der Spanier noch drei von 25 Podestplätzen heraus, den letzten zum Saisonstart 2016 mit dem zweiten Rang hinter Tom Lüthi im GP von Katar.

Vor zwei Jahren hatte sich an der gleichen Stelle ein praktisch identischer Unfall ereignet. Damals hatte der Italiener Niccolo Antonelli, am Freitag Trainingsschnellster in der Moto3-Klasse, mehr Glück, weil er beim Aufprall nicht mit seiner Maschine kollidiert war.

Nach Antonellis Unfall wurde eine Layout-Änderung diskutiert. Nach speziellen Testfahrten wurde diese allerdings aus Gründen der (fehlenden) Attraktivität wieder verworfen. Nun jedoch reagierte die Rennleitung umgehend und liess die Schikane, wie sie auch bei den Formel-1-Rennen benutzt wird, bereits für die weiteren Trainings vom Samstag sowie die Rennen vom Sonntag einbauen. Für Luis Salom jedoch kam die Einsicht der Verantwortlichen zu spät.

Die Trainingsranglisten wurden am Freitag zur völligen Nebensache: Die besten Zeiten liessen sich Jorge Lorenzo (MotoGP), Takaaki Nakagami (Moto2) und Niccolo Antonelli (Moto3) gutschreiben.

Die Schweizer Moto2-Fahrer klassierten sich in den Rängen 8 (Tom Lüthi), 18 (Dominique Aegerter), 25 (Jesko Raffin) und 28 (Robin Mulhauser).

(SDA)


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