Feuerwerk kam erst in Nachspielzeit

Von Marco Latzer
YB-Spieler Leonardo Bertone, 2. von links, befreit vor dem St. Galler Danijel Aleksic, 2. von rechts, vor den Augen von Martin Angha, links, und Scott Sutter, rechts, im Fussball Super-League Spiel zwischen dem FC St. Gallen gegen die BSC Young-Boys in der AFG Arena in St. Gallen.
YB-Spieler Leonardo Bertone, 2. von links, befreit vor dem St. Galler Danijel Aleksic, 2. von rechts, vor den Augen von Martin Angha, links, und Scott Sutter, rechts, im Fussball Super-League Spiel zwischen dem FC St. Gallen gegen die BSC Young-Boys in der AFG Arena in St. Gallen. © (KEYSTONE/Eddy Risch)
Der FC St.Gallen unterliegt den Young Boys im eigenen Stadion mit 2:3. Beide Ostschweizer Treffer fielen in der Nachspielzeit. Die Mannschaft zeigte damit Charakter, muss sich aber nun umso mehr über die dürftigen 90 Minuten in der regulären Spielzeit ärgern. Hier geht es zur Spielerkritik.

Tor:

Daniel Lopar. Note: 4,5. Hielt, was haltbar war. Zeigte auch heute wieder katzenartige Paraden und korrigierte damit gleich mehrere Versäumnisse seiner Vorderleute.

 

Verteidigung:

Roy Gelmi. Note: 3,5. Engagiert wie immer, aber auch nicht immer wirklich sattelfest. Musste eine Viertelstunde vor Schluss für Offensivmann Marco Aratore vom Feld.

Pascal Thrier. Note: 3,5. Machte eines seiner fehleranfälligeren Spiele. War Teil einer Abwehr, die insbesondere bei  den Gegentoren mehrmals nicht den besten Eindruck hinterliess.

Martin Angha. Note: 4,0. Der Captain zeigte sich auch gegen YB von seiner kopfballstarken Seiten. Hinten als Abräumer – vorne als gefährlicher Mann bei Standards.

Florent Hanin. Note: 4,5. Eine überzeugende Leistung. Enormes Laufpensum, viel Drive bis weit in die gegnerische Platzhälfte. Oft anspielbar und mit dem Mute zum Abschluss, wurde aber (leider) dafür nicht belohnt.

 

Mittelfeld:

Albert Bunjaku. Note: 2,5. Am Einsatz lag es nicht, dennoch ist “BumBum” an diesem Tag der schlechteste St. Galler auf dem Rasen. Vorne bringt er den Ball nicht über die Linie, hinten zudem mit dem juniorenmässigen Ballverlust vor dem 0:2 durch Ravet. Erstaunlich, dass ihn Zinnbauer durchspielen liess.

Lucas Cueto. Note: 3,5. Liess dann und wann sein Talent aufblitzen und deutete an, dass er ein Mann des schnellen Spiels ist. Letztlich blieb er aber ohne relevanten Einfluss auf das Spielgeschehen und wurde in der 68. Minute durch den späteren Torschützen zum 2:3-Schlussstand, Steven Lang, ersetzt.

Mario Leitgeb. Note: 4,0. Mehr oder wenige solide Darbietung auf der “Mutsch”-Position. Rückte beim Umschalten auf Angriff aber oftmals nur sehr zögerlich auf. Kämpferisch absolut auf der Höhe, buchte den vermeintlichen “Ehrentreffer” zum zwischenzeitlichen 1:3.

Gianluca Gaudino. Note: 3,5. Keine Kabinettstückchen, keine entscheidenden Pässe. Es war nicht das Spiel der Bayern-Leihgabe.

Danijel Aleksic. Note: 3,0. Er ist der Pechvogel dieser Partie. Zeigt viel Einsatz, trifft aber nur den Pfosten. Und zwar gleich im Doppelpack – beim zweiten Mal – dem Elfmeter beim Stand von 0:2 –  war dies besonders ärgerlich. Auch weil er sich mit Salli zunächst um die Ausführung stritt und dann den Penalty (zu) lässig an den Pfosten schnippelte. Murphy’s Law war sein treuer Begleiter in diesem Spiel.

 

Sturm:

Edgar Salli. Note: 3,5. Der Afrikaner zeigte einen schwachen Auftritt im St. Galler Trikot. Brachte aus dem Spiel heraus nicht viel auf die Beine, wirkte isoliert, was jedoch auch dem dürftigen Umschaltspiel seiner Mannschaft geschuldet ist. Praktisch keine gefährliche Situation – zudem die Diskussion mit Aleksic (siehe oben). Musste in der 63. Minute für Batuhan Karadeniz vom Rasen.

FM1Today-Teamdurchschnitt: 3,6.

Fazit: Bis zum Anbruch der Nachspielzeit war YB die überzeugendere Mannschaft auf dem Rasen, agierte cleverer und wusste seine Möglichkeiten zu nutzen. Insbesondere spielerisch kauften die Berner dem Heimteam öfters den Schneid ab. St. Galler Offensivaktionen wurden dagegen behäbig vorgetragen, wirkten in vielen Fällen “knorzig”. Dazu kam das fehlende Wettkampfglück mit den Pfostenschüssen, aber auch die tolle Moral mit zwei Treffern in der Nachspielzeit. Alles war also nicht schlecht. Jetzt ist Länderspielpause. In zwei Wochen muss der FCSG auswärts beim FC Zürich in die Hosen.


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