“Den Opfern sind nur die Unterhosen geblieben”

“Den Opfern sind nur die Unterhosen geblieben”
© Die Solidaritätswelle für die Brandopfer von Steckborn ist gross.
Nach der Brandkatastrophe sind die Menschen in und um Steckborn zusammengerückt. Die Solidarität mit den Opfern ist gross – so gross, dass bereits Sachspenden abgelehnt werden mussten.

Auch einen Tag nach dem Brand in der Steckborner Altstadt sitzt der Schock tief. “Wie im Krieg. Als ob eine Bombe eingeschlagen ist”, sagt ein Passant. Betroffen erzählt er, dass den Bewohnern nur “die Unterhosen geblieben sind – wenn überhaupt.” Gestern brannten mitten im Zentrum sechs Häuser. 30 Menschen verloren Hab und Gut, das Feuer machte sie obdachlos. Sie alle konnten rasch untergebracht werden.

“So kurz vor den Festtagen macht das schon nachdenklich”, sagt eine Steckbornerin. Die Solidarität mit den Opfern ist entsprechend riesig, auch dank einer auf Facebook initiierten Sammelaktion. Vor der katholischen Kirche stapeln sich die Sachspenden. Die Menschen haben Spielsachen, Kleider und Lampen gebracht. Wie gross der Solidarität ist, zeigt exemplarisch der Berg an Jeans. “Wir haben 72 Paar Jeans in Grösse 38 erhalten”, sagt Stadtpräsident Roger Forrer. Die Hilfe der Menschen in und um Steckborn sei so gross, dass bereits Spenden abgelehnt werden mussten. Der Stadtpräsident hofft, dass nun mehr Geldspenden eingehen. “So können sich die Betroffenen etwas über die Festtage gönnen, mit der Familie vielleicht auswärts essen gehen”, so Forrer.

Die Brandursache ist weiterhin unklar. Der Sachschaden dürfte in die Millionen gehen. Gemäss Forrer wird es Monate, wenn nicht gar Jahre dauern, bis die Häuser wieder bewohnbar sind. Der Abbruch der Brandhäuser ist bereits im Gange. (red.)

 


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