Die Messerattacke von Salez im Überblick

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Nach der Messerattacke in einem Zug im St. Galler Rheintal bei Salez am Samstag ist nun auch der 27-jährige mutmassliche Täter verstorben.  Von der Tat gibt es offenbar Videoaufnahmen. Die Polizei geht von einem Einzeltäter aus.

Der 27-jährige mutmassliche Täter ist laut Polizeiangaben am Sonntagnachmittag seinen schweren Verletzungen erlegen. Wie die Polizei am Sonntagmittag bereits mitteilte, ist eines der Opfer des Angriffs seinen Verletzungen im Verlaufe des Vormittags erlegen. Es handelt sich um eine 34-jährige Frau. Es befinden sich noch vier Personen im Spital. “Wir müssen davon ausgehen, dass noch weitere Menschen diese Attacke nicht überleben werden.” sagt Hanspeter Krüsi von der Kantonspolizei St.Gallen gegenüber FM1Today.

Videoaufnahmen der Tat

Gemäss Informationen der Polizei wurde die Tat im Zug auf Video aufgenommen. Darauf ist ersichtlich, wie der Täter mit einem Messer bewaffnete Beschuldigte eine brennbare Flüssigkeit ausschüttete. Durch das Entzünden der Flüssigkeit und durch das Messer wurden fünf Passagiere sowie der Beschuldigte selber verletzt. Ein Helfer, der sich auf dem Perron befand, verletzte sich, als er den brennenden Beschuldigten aus dem Zug riss. “Aufgrund des Videomaterials im Zug gehen wir im Moment von einem Einzeltäter aus.”

Zugverkehr läuft wieder normal

Die betroffene Zugsstrecke ist laut Polizeiangaben seit Samstagabend, 21 Uhr, wieder normal befahrbar. Eine Hausdurchsuchung sei erfolgt. Ob noch weitere stattfinden werde sich zeigen. “Über den Täter weiss man noch nicht mehr”. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. “Es wird derzeit geklärt, ob die Opfer zufällig gewählt wurden oder in Beziehung mit dem Täter standen”, so Metzger. “Wir schauen nun mit den Angehörigen, digitale Geräte werden analysiert, die Spurensicherungen laufen.” Über das Motiv des mutmasslichen Täters liegen noch immer keine Angaben vor.

Täter aus der Region

Die Attacke ereignete sich gegen 14.20 Uhr kurz vor dem Bahnhof Salez auf der Strecke zwischen Buchs und Sennwald, wie die Kantonspolizei St. Gallen mitteilte. Der 27-Jährige, der in einem Nachbarkanton von St.Gallen wohnhaft ist, habe im Zug eine brennbare Flüssigkeit ausgeschüttet, welche in Brand geriet, hiess es. Wie diese “in Brand geriet”, wurde nicht mitgeteilt. Im Schweizerischen Strafregister besteht kein Eintrag über den Täter. Laut Polizei gibt es bislang keine Anzeichen für eine terroristische oder politisch motivierte Tat. Der Täter wurde von der Polizei am Bahnhof Salez-Sennwald verhaftet.

Hintergründe noch unklar

Gemäss Angaben der Polizei war der Mann mit “mindestens” einem Messer bewaffnet. Verletzt wurden bei der Attacke auch drei Frauen im Alter von 17, 34 und 43 Jahren sowie ein 17-Jähriger und ein 50-jähriger Mann. Gemäss Zeugenaussagen beging der Mann nach der Tat einen Selbstmordversuch.”Mehrere Verletzte mussten mit zum Teil schweren Brandverletzungen in Spezialkliniken geflogen werden”, sagte Polizeisprecher Hanspeter Krüsi gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Der mutmassliche Täter und eine weitere Person befänden sich in kritischem Zustand.

Rettungskräfte mit Grosseinsatz

Das “Ereignis”, wie die Polizei den Zwischenfall in ihrer Mitteilung umschreibt, hatte am Samstag einen Grosseinsatz von Rettungs- und Sicherheitskräften ausgelöst. Im Dorf Salez standen drei Rettungshelikopter, drei Ambulanzen, etliche Polizeiwagen, Vertreter der Staatsanwaltschaft, der Kriminaltechnische Dienst sowie Sachverständige der Bahnbetriebe im Einsatz, wie aus der Mitteilung der Polizei hervorgeht.

Der Sachschaden am Zug beträgt über 100’000 Franken. Der Bahnhof Salez war lange für den Bahnverkehr nur eingeschränkt befahrbar und wurde erst gegen 20 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben. Die Staatsanwaltschaft des Kantons St.Gallen hat eine Strafuntersuchung eröffnet. Ermittelt wird unter anderem wegen schwerer Körperverletzung und Brandstiftung.

Weltweites Medienecho

Weil die Attacke Parallelen zu Bluttaten islamistischer Terroristen in den vergangenen Wochen aufwies, war das Medieninteresse gross. Die Kantonspolizei St.Gallen musste Medienanfragen aus der ganzen Welt beantworten. Medienhäuser wie ARD, Focus OnlineSpiegel-Online, die Welt, BBC News, Fox News oder die Kronen Zeitung berichten über das Drama.

(SDA/red.)

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