Der erste Schweizer Tweet war ein St.Galler

Von Gerry Reinhardt
Der erste Schweizer Tweet kam aus der Bibliothek der HSG.
Der erste Schweizer Tweet kam aus der Bibliothek der HSG. © Urs Jaudas/St.Galler Tagblatt/David Nydegger/Twitter
Im März wurde der Nachrichtendienst Twitter zehn Jahre alt. Gut fünf Monate später wurde am 30. September 2006 auch in der Schweiz getwittert. Und zwar über St.Gallen. 

David Nydegger studierte im Jahre 2006 an der HSG und kam dabei in Berührung mit dem Nachrichtendienst Twitter. Ein junges Tool aus den USA, welches in unseren Breitengraden zu dem Zeitpunkt noch nahezu unbekannt war. So schrieb er beiläufig auf Twitter, was er gerade macht.

Dies war der erste sogenannte Tweet, der in der Schweiz veröffentlicht wurde. Herausgefunden hat dies die SRF-Nachrichtensendung “10vor10” anlässlich des Twitter-jubiläums im April diesen Jahres. David Nydegger war sich 2006 dieser Tragweite nicht bewusst. “Als techaffiner Adopter meldet man sich wöchentlich bei neuen Tools an. Viele von denen verschwinden wieder in der Versenkung. Es war also ein absoluter Glücksfall, dass aus Twitter eine erfolgreiche Plattform werden würde”, erklärt Nydegger gegenüber FM1Today.

Der Username hätte besser sein können

Er nervt sich nur, dass er sich seinerzeit keinen besseren Usernamen gegeben habe. Damals hätte Nydegger wohl sogar “@David” als Username nutzen können. Die Nutzerzahlen waren damals noch sehr übersichtlich. Froh hingegen ist er, dass er keinen peinlichen Tweet geschrieben hat. Abgesehen davon, dass es eigentlich “I am studying at THE St.Gallen library” hätte heissen sollen. Ein Fehler, der sicher verschmerzbar ist.

Twitter wird in zehn Jahren nicht mehr da sein

David Nydegger ist heute nicht mehr so aktiv auf Twitter. “Es war nie das richtige Medium für mich. Ich schreibe lieber längere Artikel und will mich nicht auf 140 Zeichen beschränken.” Auch sieht er für Twitter keine rosige Zukunft. Ein 20-Jahre-Jubiläum seines Tweets wird es nach seiner Meinung wohl nicht geben. “Twitter hat es verpasst, eine Strategie zu entwickeln, um den Dienst zu monetarisieren. Ich gehe davon aus, dass Twitter in den nächsten Jahren aufgekauft und dann zu Tode geritten wird.”


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