«Der Grösste» feiert seinen achten Wimbledon-Titel

Roger Federer spricht über seine Feierlichkeiten
Roger Federer spricht über seine Feierlichkeiten © KEYSTONE/AP PA/ADAM DAVY
Am Tag nach seinem achten Wimbledon-Triumph überbieten sich die englischen Zeitungen mit Lobeshymnen auf Roger Federer. Er selbst feiert den Erfolg in einer Bar bis morgens um 5 Uhr.

«The Daily Telegraph» bildete auf der Titelseite des Sportteils alle acht Titelgewinnen mit Fotos von Federer mit dem Pokal ab und schrieb in seinem Kommentar: «Er ist nicht mehr von dieser Welt.» Die «Times» sprach vom «achten Weltwunder», und die Boulevardblätter «The Sun» («Fed’s the Gr8test») und «Metro» («The Greightest») feierten den Schweizer als «König von Wimbledon». Mit seinem 19. Grand-Slam-Titel, dem achten im All England Club, in dem er nun alleiniger Rekordsieger ist, erreichte Federer noch einmal neue Sphären.

Federer selbst genoss den Titel im Kreis seiner engsten Vertrauten. Erstmals seit fünf Jahren nahm er wieder am Champions Dinner teil, das in diesem Jahr in der Guildhall in der Londoner Innenstadt stattfand. Federer traf aufgrund seiner diversen Medienverpflichtungen nach dem klaren Dreisatzsieg im Final gegen Marin Cilic erst gegen 23 Uhr im ehemaligen Rathaus ein und verpasste dadurch die Vorspeise, die ihm später nachgereicht wurde.

Nach dem Hauptgang, in dem den rund 400 geladenen Gästen Heilbutt mit Spargeln, wilden Pilzen und Erbsen an einer Knoblauchsauce serviert wurde, zeigte sich Federer im Interview mit dem ehemaligen Tennisprofi Mark Petchey selber erstaunt über das Erreichte: «Ich hätte 2003 nicht eine Sekunde gedacht, dass ich einst hier mit acht Wimbledon-Titeln stehen würde.» Es sei irgendwie surreal. «Wimbledon zu gewinnen ist immer speziell.»

Auch seine halbjährige Pause vor einem Jahr wird thematisiert, wobei Bilder von Federer beim Wandern in den Schweizer Bergen gezeigt werden. «Wer nicht weiss, was er in den nächsten Wochen und Monaten machen soll, das ist der Platz, wo er hingehen soll», schwärmte der im Bündnerland wohnhafte Baselbieter. «Die Schweiz ist wunderbar im Sommer.»

Gegenüber den geladenen Gästen des All England Clubs sprach Federer auch über seine Frau Mirka, die bereits seit 2000 an seiner Seite ist, die ihn auch als Tennisspieler weitergebracht habe. «Sie hat mich dazu getrieben, härter zu arbeiten. Denn sie war eine hart arbeitende Tennisspielerin, im Gegensatz zu mir. Ohne sie hätte ich diese Seite vielleicht nicht kennengelernt.»

Rund eineinhalb Stunden verbringt Federer mit seiner Ehefrau, den Eltern, seinem Staff, sowie Tommy Haas und dessen Ehefrau am Dinner. Zum angekündigten Tänzchen mit Garbiñe Muguruza, der Siegerin bei den Frauen, kommt es allerdings nicht. Die Spanierin hatte ihn zuvor via Twitter dazu aufgefordert. «Irgendwie ergab sich aber die Möglichkeit nicht», sagte Federer. Die einstige Tradition wurde schon seit Jahren abgeschafft.

Nach Mitternacht machten sich Federer und seine Entourage in eine Bar auf, um im engen Kreis auf seinen achten Triumph anzustossen. Bis um 5 Uhr hätten sie mit 30 bis 40 Freunden gefeiert. «Ich habe dabei aber zu viele verschiedene Drinks gehabt», sagte Federer, der nach der kurzen Nacht noch einmal für einen Presse- und Fototermin in den All England Club zurückkehrte, ehe er mit seiner Familie in die Ferien verreiste.

(SDA)


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