Deutsche Handballer überraschend in EM-Halbfinals

Steffen Fäth (links) gehört zu Deutschlands EM-Entdeckungen
Steffen Fäth (links) gehört zu Deutschlands EM-Entdeckungen © KEYSTONE/EPA dpa/ANDREAS FISCHER
Die Handball-EM in Polen hat ihre Überraschungen: Das ersatzgeschwächte Deutschland schlägt Mitfavorit Dänemark 25:23 und steht in den Halbfinals. Wie Dänemark ist auch Frankreich ausgeschieden.

Der erstmalige Vorstoss der Deutschen bei einer EM oder WM unter die letzten vier seit 2008 war umso erstaunlicher, als die an sich schon geschwächte Mannschaft von Coach Dagur Sigurdsson gegen Dänemark auch noch auf Captain Steffen Weinhold und den Ex-Schaffhauser Christian Dissinger, den besten Torschützen im Spiel gegen Russland, verzichten musste. Für Dissinger sprang Steffen Fäth in die Bresche. Der Rückraumspieler von Wetzlar erzielte sechs Tore.

Als Matchwinner wurde auch Fäths Klubkollege, Torhüter Andreas Wolff, gefeiert. Der überragende Keeper kassierte in den letzten sieben Minuten gegen die zuvor ungeschlagenen Dänen keinen Treffer mehr und stand somit am Ursprung der deutschen Wende vom 21:23 zum 25:23. Die mit zehn Bundesliga-Professionals angetretenen Dänen waren in der Schlussphase ratlos. So war etwa ihr Leithammel Mikkel Hansen von Paris Saint-Germain in den letzten 20 Minuten nur einmal erfolgreich.

Wie der zweimalige Europameister Dänemark (2008, 2012) schied auch Titelverteidiger Frankreich überraschend aus. Der aktuelle Welt- und Europameister sowie Olympiasieger erlitt die zweite deutliche Niederlage der Hauptrunde und verlor gegen Norwegen 24:29. Nachdem die Franzosen drei der letzten vier grossen Turniere gewonnen haben, müssen sie sich diesmal maximal mit Platz 5 begnügen. Das nächste Ziel sind nun die Olympischen Spiele im August in Rio de Janeiro. Das schlechte Abschneiden an der EM könnte dabei zum guten Omen gereichen. Wenige Monate vor dem Olympia-Triumph 2012 in London, hatten “les experts” an der EM in Serbien sogar bloss Platz 11 erreicht.

Die Pleite der Franzosen gegen Norwegen ebnete Kroatien den Weg zum grossen Sturmlauf gegen Gastgeber Polen. Um sich drei Tage nach der klaren Niederlage gegen Frankreich doch noch in die Halbfinals zu spielen, benötigten die Kroaten einen Sieg mit mindestens elf Toren Differenz. Zur Pause führte der zweifache Olympiasieger 15:10, nach knapp 37 Minuten war die Differenz von elf Toren erreicht. Am Ende stand es 37:23. Manuel Strlek überstrahlte dabei alle. Der in Polen bei Kielce engagierte linke Flügel verwertete alle elf Versuche.

(SDA)


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