Die Benimm-App für Flüchtlinge

Die Starseite er "Ankommen"-App
Die Starseite er "Ankommen"-App © BAMF
Seit Neuestem gibt es in Deutschland die “Ankommen”-App. Sie klärt Flüchtlinge nicht nur über rechtliche Fragen zum Asylverfahren auf, sondern erläutert ihnen auch die gängigen gesellschaftlichen Umgangsformen wie zum Beispiel den Umgang mit Frauen. Eine gute Lektüre, nicht nur für “Neu-Ankömmlinge”.

Auf Arabisch, Persisch, Englisch, Französisch und Deutsch ist die App namens “Ankommen” zugänglich, die das deutsche Bundesamt für Migration (BAMF) entwickelt hat.

Michael Griesbeck, Vizepräsident des BAMF, sagt zur App: “Mit der App können sich Asylsuchende gleich nach ihrer Ankunft in Deutschland über ihre Rechte und Pflichten im Asylverfahren informieren. Die App vermittelt auch erste Informationen über Grundwerte in Deutschland.”

Neben Informationen zur Wohnungssuche, rund ums Essen oder rechtlichen Grundlagen des Asylverfahrens kann man auch Deutsch lernen mit der App.

Screenshot der App "Ankommen"/BAMF

Screenshot der App “Ankommen”/BAMF

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und dann sind da eben die Erläuterungen zu den “Grundwerten Deutschlands”, wie sie Griesbeck benennt. Es gibt dort ein eigenes Kapitel für den Umgang zwischen Männern und Frauen.

Screenshot App "Ankommen"/BAMF

Screenshot App “Ankommen”/BAMF

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dort lernen Neuankömmlinge in Deutschland unter anderem Folgendes: “In Deutschland ist die Gleichstellung von Mann und Frau ein unantastbares Grundrecht. Die deutsche Gesellschaft reagiert sehr empfindlich auf Verstösse gegen dieses Grundrecht.”

Und Asylbewerber werden gleich gewarnt: “Sie stehen als Asylbewerber unter besonderer Beobachtung. … Sie können sich strafbar machen und damit ihren Asylantrag gefährden.”

“Frauen und Männer dürfen ihre Sexualität frei ausleben, solange sie damit die Wünsche des Partners und die Grenzen des Gesetzes respektieren. Das wird weder bei Frauen noch bei Männern als unmoralisch angesehen.”

“Ein Nein ist ein Nein”

Im Unterkapitel namens “Nein ist Nein” wird speziell auf die Rolle und das Verhalten der Frauen in Deutschland eingegangen: “Frauen sind auch abends und nachts allein unterwegs – zum Beispiel in Restaurants und Bars – und manche trinken auch Alkohol.”

Des Weiteren: “Eine Frau kann sich mit Männern unterhalten, tanzen und lachen – das muss aber nicht automatisch bedeuten, dass sie Interesse an mehr hat.”

Ein paar Anmerkungen zur äusserlichen Erscheinung der Frauen: “Die Kleidung von Frauen sagt nichts über ihre sexuelle Offenheit aus. Kurze Röcke, hohe Schuhe und Make-up werden meist aus modischen Gründen getragen und sind nicht als Aufforderung an Männer zu verstehen.

Noch ein wichtiger Schlüsselsatz: “Auch wenn heftig geflirtet wurde, heisst das nicht, dass Männer einen Anspruch auf mehr haben. Wenn Frauen nicht angesprochen und angefasst werden möchten, müssen Männer das akzeptieren.”

Dabei sei das ganze auch umgekehrt der Fall. “Es wird erwartet, dass allen Menschen – egal ob Mann oder Frau – mit Respekt begegnet wird.”

Wir sagen: Tolle Sache! Und definitiv Regeln, die auch für “Nicht-Ankömmlinge” gelten.

(lak)


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