Schweizer Curler weiter im Hintertreffen

Marc Pfister bringt Emmentaler Power ins Schweizer Teamlas)
Marc Pfister bringt Emmentaler Power ins Schweizer Teamlas) © KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS
Nach einem 12:4-Sieg gegen Südkorea und einem 6:12 gegen Finnland weisen die Schweizer Curler an der WM in Basel weiterhin eine Unterbilanz vor. Den zwei Siegen stehen drei Niederlagen gegenüber.

Noch ist in der Basler St. Jakobshalle nicht einmal die Hälfte der Vorrunde absolviert. Aus Schweizer Sicht lässt sich aber fürs Erste festhalten, dass sich die Adelbodner Formation mit Simon Gempeler, Enrico Pfister, Marc Pfister und Skip Sven Michel markant wird steigern müssen, wenn das vordringliche Ziel, die Qualifikation für die Playoffs der besten vier Teams, keine Illusion bleiben soll.

Bevor sie in den verbleibenden sechs Round-Robin-Partien auf hochklassige Gegner wie Schottland und dann vor allem Norwegen und Kanada treffen, haben die Schweizer nun schon zwei Niederlagen gegen Widersacher eingefangen, die nach Papierform hätten geschlagen werden sollen, nämlich gegen Japan und Finnland.

Südkorea war nach 2011 nie mehr an einer Männer-WM dabei, weil sich in der Qualifikation der Asien/Australien/Ozeanien-Zone meistens China und Japan durchsetzten, selten auch Australien. Südkoreas Kim Soo-Hyku ist zwar zum dritten Mal an einer Weltmeisterschaft dabei, jedoch erstmals als Skip.

Die Asiaten hatten ihre ersten drei Spiele in der St. Jakobshalle zum Teil auf ärgerliche Weise verloren. Gegen Simon Gempeler, Enrico Pfister, Marc Pfister und Sven Michel vom CC Adelboden standen sie indes schon relativ früh auf verlorenem Posten. Mit dem Recht des letzten Steins holten die Schweizer drei, nochmals drei und danach sogar vier Punkte heraus. Im 6. End mussten die Südkoreaner den Schweizern zwei gestohlene Punkte zugestehen, worauf sie in der hoffnungslosen Lage aufgaben.

Im Abendspiel gegen die unberechenbaren Finnen um Skip Aku Kauste, die Vierten der letzten Europameisterschaft, mussten sich die Schweizer einem harten Kampf stellen. In der ersten Hälfte unterliefen beiden Teams einige Fehler, andererseits überboten sie sich vor allem gegen Schluss der Ends mit hervorragenden, spektakulären Steinen. Aus dem 4. End, das anfänglich gegen sie lief, holten die Schweizer ein Dreierhaus heraus, dank dem sie für den ersten bedeutenden Abstand (5:3) sorgten.

Aus der Sicht der Schweizer Meister waren die Ends 7 bis 9 fatal. Nur dank einer hervorragenden Rettung mit einem dreifachen Takeout von Sven Michel fingen die Berner Oberländer zunächst nur ein Zweierhaus zum 6:6 ein. Aber gleich im darauffolgenden End entwickelten die Finnen abermals Druck, dem die Schweizer nicht gewachsen waren. Ein gestohlener Stein zum 6:7 war die Folge. Im vorletzten End konnten die Schweizer eine günstige Situation nicht nutzen. Mit dem letzten, sehr gewagten Versuch hätte Michel ein Dreierhaus herausholen können, aber der Stein geriet zu lang, sodass die Nordländer abermals einen Punkt stahlen. Im 10. End schliesslich suchten die Schweizer mit Risiko den notwendigen Zweier. Es gelang nicht. Dass die Gegner zuletzt ein Viererhaus zum 6:12 notieren lassen konnten, war nicht mehr von Bedeutung.

Das Programm vom Dienstag hat es für die Swiss Curlers in sich. Ab 9 Uhr spielen sie gegen die Amerikaner. Die vom routinierten John Shuster angeführten US-Boys brachten am Montagabend den zuvor ungeschlagenen Titelverteidigern aus Schweden die erste und zugleich eine hohe Niederlage (3:8) bei. Nach einer Pause von nur rund zwei Stunden müssen die Schweizer um 14 Uhr gegen die Schotten antreten, deren Skip Tom Brewster ebenfalls in Basel an der WM 2012 im Final stand.

(SDA)


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