Die FCZ-Krise verschärft sich

Alain Nef (links) zog mit dem FC Zürich auch im dritten Derby der Saison gegen Florian Kamberi (rechts) und die Grasshoppers den Kürzeren
Alain Nef (links) zog mit dem FC Zürich auch im dritten Derby der Saison gegen Florian Kamberi (rechts) und die Grasshoppers den Kürzeren © KEYSTONE/WALTER BIERI
Der FC Zürich kommt in der Super League weiterhin nicht vom Fleck. Der FCZ bleibt beim 2:4 im 245. Zürcher Derby gegen die Grasshoppers im sechsten Spiel der Rückrunde zum fünften Mal ohne Sieg.Fünf Punkte aus sechs Spielen lautet die magere Bilanz des FC Zürich in der Rückrunde.

Der Vorsprung in der Tabelle auf Vaduz und Lugano beträgt zwölf Runden vor Schluss nur je ein Punkt, am nächsten Sonntag kommt es in Vaduz zum Direktduell mit dem Tabellenletzten.

Von einem Schicksalsspiel im Rheinpark wollte FCZ-Verteidiger Alain Nef nach dem Spiel gegen die Grasshoppers jedoch (noch) nicht sprechen. “Hinten in der Tabelle ist es sehr ausgeglichen und eng. Es wird hart bis am Schluss, ausser man gewinnt einmal sechs oder sieben Spiele in Serie”, so der Routinier. “Für uns wird jedes Spiel bis Ende Saison ein Final.”

Seinem Team wollte Nef nach der dritten Niederlage im dritten Derby der Saison keinen Vorwurf machen: “Wir haben nicht schlecht gespielt und bis am Schluss gekämpft.” Auch Teamkollege Anthony Favre, der mit seinem Lapsus in der 12. Minute das 1:1 und damit die Niederlage des FCZ einleitete nahm der Verteidiger in Schutz. “Fehler passieren. Vielleicht fehlt uns allgemein ein wenig die Cleverness”, so Nef, der damit auch den Platzverweis von Anto Grgic meinte. Der Mittelfeldspieler trat im Zweikampf gegen Marko Basic leicht nach, wofür er in der 32. Minute die zweite Gelbe Karte innerhalb von sieben Minuten kassierte.

So standen die Stadtzürcher bereits vor der Pause wieder mit dem Rücken zur Wand, obwohl die Partie für sie ausgezeichnet begonnen hatte. Alexander Kerschakow brachte die Gäste bereits in der 7. Minute mit dem ersten guten Angriff in Führung und beendete damit die Serie des FCZ von 294 torlosen Minuten in der Super League. Das 1:0 war verdient, waren die Stadtzürcher doch in der Anfangsphase das aktivere und bessere Team – bis Favres Faux-pas die Wende einleitete.

Wesentlich emotionaler als Nef äusserte sich Burim Kukeli kurz nach Schlusspfiff: “Wir sind selber Schuld. Wenn wir solche Fehler machen, haben wir es nicht verdient zu gewinnen.” GC wäre zu schlagen gewesen, stattdessen hätten sie sich selber geschlagen, so der albanische Internationale. “Wir führen 1:0, alles geht auf. Und plötzlich hören wir auf Fussball zu spielen, machen einfache Fehler und laden GC ein.” Auch beim 1:2 durch Caio nach einer halben Stunde machte Torhüter Favre keine gute Figur, beim 1:3 von Shani Tarashaj (53.) und dem 2:4 von Basic in der Nachspielzeit war der Torhüter hingegen machtlos.

Nach zuvor nur drei Gegentoren in sechs Pflichtspielen in der Rückrunde, erlitt der Cupfinalist im Derby wieder einen herben Rückschlag. “Wenn man drei Gegentore nach schnellem Umschaltspiel des Gegners kassiert, kann man nicht zufrieden sein”, sagte Trainer Sami Hyypiä. Der Finne, unter dem der FCZ nur 3 von 17 Meisterschaftsspielen gewonnen hat, analysierte nach der neuerlichen Enttäuschung das Geschehen wie gewohnt stoisch ruhig: “Wir haben den Grasshoppers Tore geschenkt – und einfach mehr Fehler gemacht als sie.”

(SDA)


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