Die tiefen Zinsen schmälern die Kapitalerträge der 3a-Vorsorge

Der Staat lockt mit Steuervorteilen, wenn Bürger Geld für das Alter zurücklegen (Symbolbild).
Der Staat lockt mit Steuervorteilen, wenn Bürger Geld für das Alter zurücklegen (Symbolbild). © KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER
Als Folge des niedrigen Zinsniveaus gibt es in der Altersvorsorge immer weniger Kapitalerträge. So zahlen die Anbieter von 3a-Sparkonten derzeit nur noch einen Zins von 0,67 Prozent. Doch der Durchschnittswert trügt, denn die Angebote unterscheiden sich stark.

Das geht aus einer Auswertung des Internet-Vergleichsdienstes Moneyland vom Donnerstag hervor. Demnach offeriert die Caisse d’Epargne Riviera mit 1,25 Prozent momentan den höchsten Zinssatz, gefolgt von Geldinstituten wie Banque CIC, Caisse d’Epargne de Cossonay und Bank BSU mit je 1 Prozent an Zinsen.

Laut der Untersuchung des Internetportals schneiden die Grossbank UBS, die Zürcher Kantonalbank sowie Postfinance mit je 0,5 Prozent auf 3a-Konten unterdurchschnittlich ab. Allerdings bekommen Vorsorgesparer bei Geldhäusern wie Sarasin aus Basel schon gar keinen Zins auf die gebundenen Vorsorgegelder mehr.

Zinsertrag halbiert

Im Vergleich mit den Zinssätzen von Juni 2014 sind das regelrechte Minizinsen. Denn damals offerierten Schweizer Banken laut der Analyse mit 1,4 Prozent noch einen rund doppelt so hohen durchschnittlichen Zinssatz in der dritten Säule.

Ein Vergleich unter den Anbietern lohnt sich daher. Ausserdem können Sparer auf ein Fondskonto setzen, da mit dieser Anlageform längerfristig höhere Renditen als bei einem normalen Sparkonto locken. Allerdings sind dabei die Verlustrisiken auch höher.

Doch ein üppiger Ertrag aus Zinsen ist eigentlich momentan gar nicht der grosse Vorteil mit der dritten Säule. Vielmehr kann man von einem Steuerbonus profitieren. In diesem Jahr können etwa Angestellte maximal 6768 Franken auf 3a-Konten einzahlen, um in den Genuss von Steuervorteilen zu gelangen.

Die Sparer profitieren nämlich von einer Steuergutschrift, die sich aus dem individuellen Steuersatz multipliziert mit dem eingezahlten Vorsorgebetrag ergibt. Damit das auch klappt, darf das Geld allerdings nicht zu spät eingezahlt oder überwiesen worden sein. Viele Finanzhäuser haben Stichtage, bis wann die Transaktionen spätestens erfolgen müssen. Wer mit seiner privaten Vorsorge noch Steuern im Jahr 2015 sparen will, muss sich also sputen. Die Sparbeiträge der 3a-Vorsorge müssen bis zum Jahresende bei der Vorsorgeeinrichtung eingegangen sein.

Doppelter Spareffekt

Falls Sparer von höheren Kapitalerträgen profitieren wollen und bereits über ein 3a-Konto bei einem Kreditinstitut verfügen, können sie trotzdem ein neues Konto bei einem anderen Geldhaus eröffnen und dabei gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. So profitiert man nämlich einerseits von dem höheren Zins in der gebundenen Privatvorsorge bei der anderen Bank.

Andererseits verhindern die mehreren Spartöpfe, dass Pensionäre bei der künftigen Auszahlung in eine zu hohe Steuerprogression rutschen. Die Gelder auf einem Konto müssen laut Gesetz gesamthaft bezogen werden und wer mehrere Sparkonten hat, kann den Bezug staffeln und dadurch später im Alter nochmals Steuern sparen.

(SDA)


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