Die Trainersuche in England wird schwierig

Roy Hodgsons Erbe ist nicht gerade beliebt
Roy Hodgsons Erbe ist nicht gerade beliebt © KEYSTONE/AP/KIRSTY WIGGLESWORTH
Nach dem Rücktritt von Roy Hodgson als Nationalcoach von England gestaltet sich die Suche nach dem neuen Trainer schwierig. Die Briten könnten mit einer Interimslösung in die WM-Qualifikation steigen. Roy Hodgson hatte seine Abschiedsrede vorbereitet.

Er verlas die aufgeschriebenen Zeilen unmittelbar nach dem Ausscheiden am Montag in den Achtelfinals gegen Island an der Medienkonferenz. Dennoch zeigt sich nun, dass der englische Verband FA keinen Plan B zum früheren Schweizer Nationalcoach in der Schublade hatte. Jetzt sprach der Geschäftsführer Martin Glenn sogar davon, dass es ein Jahr dauern könnte, bis der neue Trainer gefunden sein wird.

Dass die FA dieses weite Zeitfenster öffnet, vergrössert den Spielraum für Spekulationen. Die hoch gehandelte Wunschlösung: Gareth Southgate, der aktuell die U21-Auswahl betreut, übernimmt die A-Nationalmannschaft für ein paar Monate, steigt mit ihr am 4. September gegen die Slowakei in die WM-Qualifikation und macht im nächsten Sommer Platz für Arsène Wenger, dessen Vertrag bei Arsenal Ende nächster Saison ausläuft.

Zu Wenger äusserte sich der Technische Direktor Dan Ashworth, der die dreiköpfige Findungskommission innerhalb der FA leitet: “Hat Arsène ein fantastisches Verständnis der Premier League? Kennt er die englischen Spieler? Die Medien? Die Erwartungen der Fans? Die Antworten lauten: Absolut! Würde ich ihn ausschliessen? Wahrscheinlich nicht!”

Also wird Wenger Nationaltrainer von England? Ashworth sieht ein grosses Problem. “Er könnte nicht wollen.” Die jahrzehntelange Erfolglosigkeit hat das Mandat unattraktiv gemacht. Es sei ein “Impossible Job”, sagte einst der langjährige Manchester-United-Trainer Alex Ferguson. Die Vorgänger von Hodgson waren: Steve McClaren, der zuvor einzig Middlesbrough trainiert hatte, und Fabio Capello, der bald als Auslaufmodell bezeichnet wurde. Die Lösung Roy Hodgson selbst war danach auch der Not entsprungen. Die modernen Trendsetter der Branche hatten trotz der Verlockung eines fürstlichen Salärs abgewunken.

Top-Leute wie Pep Guardiola, José Mourinho, Jürgen Klopp oder Antonio Conte wollen zwar nach England, aber in den Klubfussball. Dem Nationalteam bleiben die Subtopper als Kandidaten. Wie Sam Allardyce oder Alan Pardew. Ohne Titel und Trainer von Sunderland der eine, ohne Titel und Trainer von Crystal Palace der andere.

(SDA)


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