Die vorverlegte YB-Viertelstunde

Guillaume Hoarau und Alexander Gerndt sorgten in 15 Minuten für die Wende in Lugano
Guillaume Hoarau und Alexander Gerndt sorgten in 15 Minuten für die Wende in Lugano © KEYSTONE/TI-PRESS/GABRIELE PUTZU
Eine Halbzeit lang sieht es danach aus, als könnte Lugano gegen YB im Abstiegskampf weitere Punkte sammeln. Ein Feuerwerk der Berner nach der Pause lässt jedoch jede Hoffnung schwinden. YB siegt 3:1.

YBs Trainer Adi Hütter liess anfänglich Alexander Gerndt und Yoric Ravet, zwei seiner besten vier Offensivkräfte, auf der Bank Platz nehmen. Als er die beiden für die zweite Halbzeit gegen zwei weniger offensiv ausgerichtete Spieler eingewechselt hatte, führten die Berner eine spektakuläre, um eine halbe Stunde vorgezogene YB-Viertelstunde auf. Sie machten aus einem 0:1-Rückstand die entscheidende 3:1-Führung. Die Luganesi waren in dieser kurzen Phase überfordert. Alexander Gerndt traf zweimal, und Topskorer Guillaume Hoarau schoss sein 16. Meisterschaftstor. Yoric Ravet bereitete alle drei Tore magistral vor. Dieser imposante Zwischenspurt schien die Tessiner zu lähmen. Von dort weg kamen nur noch Torschütze Ezgjan Aloski zu zwei guten Möglichkeit; kurz vor Schluss traf er die Latte.

Der Effort der Berner machte für Lugano eine Leistung zunichte, die davor und danach nicht nur ansprechend, sondern sogar gut war. Der Auftritt in der ersten Halbzeit war tadellos. Was für eine komplett andere Figur machte der FC Lugano im Vergleich zur Demontage, die er unlängst am 9. April mit einem 0:7 in Bern gegen YB erlebt hatte. Der Abstiegskampf schien die Mannschaft von Trainer Zdenek Zeman zu beflügeln. Das 4:0 unter der Woche beim FC Zürich zeugte ebenso davon wie lange Zeit der Auftritt im Cornaredo gegen YB.

Trotz des Willens der Berner, die starke Rückrunde mit weiteren Siegen ausklingen zu lassen, waren die Luganesi anfänglich nicht nur ebenbürtig, sondern gar überlegen. Einer einzigen guten Chance der Berner durch den aus spitzem Winkel abschliessenden Leonardo Bertone hielten die Tessiner in der Startphase eine ganze Reihe guter Möglichkeiten entgegen.

Die Verletzung ihres Goalgetters Antonini Culina – der Kroate fällt für den Rest der Saison aus – kompensierte der mazedonische Stürmer Ezgjan Alioski erneut hervorragend. Alioski erzielte denn auch nach 18 Minuten das 1:0. Um gegen YB bestehen zu können, hätte Lugano allerdings noch in der ersten Halbzeit ein oder zwei weitere Tore erzielen müssen. Chancen hierfür wären ausreichend vorhanden gewesen.

Telegramm:

Lugano – Young Boys 1:3 (1:0). – 5460 Zuschauer. – SR Klossner. – Tore: 18. Alioski (Datkovic) 1:0. 50. Gerndt (Ravet) 1:1. 55. Gerndt (Ravet) 1:2. 57. Hoarau (Ravet) 1:3.

Lugano: Salvi; Veseli, Datkovic (20. Djuric), Urbano, Jozinovic; Piccinocchi; Sabbatini (61. Crnigoj), Rey (68. Pusic); Alioski, Anastasios Donis, Bottani.

Young Boys: Mvogo; Hadergjonaj, Vilotic, Von Bergen, Lecjaks; Zakaria (46. Ravet); Bertone, Sulejmani (81. Nuzzolo), Sanogo; Zulechner (46. Gerndt), Hoarau.

Bemerkungen: Lugano ohne Culina und Padalino (beide verletzt). Young Boys ohne Gajic (gesperrt), Kubo, Benito, Rochat, Seferi und Wüthrich (alle verletzt). Lattenschuss: 90. Alioski. Verwarnungen: 7. Hadergjonaj (Foul), 33. Rey (Foul), 35. Anastasios Donis (Foul), 36. Bertone (Foul), 86. Ravet (Unsportlichkeit), 87. Sanogo (Foul).

(SDA)


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