Dortmund: Rückspiel als Nebensache

Borussias Trainer Thomas Tuchel wünscht sich, dass man sich "irgendwann wieder traut, über Fussball zu reden"
Borussias Trainer Thomas Tuchel wünscht sich, dass man sich "irgendwann wieder traut, über Fussball zu reden" © KEYSTONE/EPA/GUILLAUME HORCAJUELO
Borussia Dortmund braucht im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League am Mittwoch in Monaco einen Sieg mit zwei Toren Differenz.

Doch dieses Spiel steht derzeit nicht im eigenen Fokus. Denn der BVB ist weiterhin daran, den Anschlag von letzter Woche zu verarbeiten. Stell dir vor es ist Champions League und keiner denkt daran: Etwa so könnte man leicht überspitzt die Situation rund um Borussia Dortmund beschreiben. Eine Woche nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus des Bundesligisten ist der Prozess der Verarbeitung längst nicht abgeschlossen und das Rückspiel in Monaco wird zur Nebensache.

«Wir haben keine Erwartung an die Mannschaft», sagte deshalb Sportdirektor Michael Zorc. Und Trainer Thomas Tuchel wünscht sich, dass man sich «irgendwann wieder traut, über Fussball zu reden». In dieser Woche ist es noch nicht so weit.

Die Ausgangslage ist gegen den Leader der Ligue 1, der in dieser Saison in der Champions League zu Hause ungeschlagen ist, ohnehin ungünstig. Nach dem 2:3 im Heimspiel braucht Dortmund in Monaco einen Sieg mit zwei Toren Differenz oder mit mindestens vier geschossenen Toren. «Wir sind keine Träumer und wissen, dass die Chance klein ist», urteilte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

Eine Dortmunder Hoffnung ruht auf Stürmer Marco Reus, der am Samstag in der Meisterschaft gegen Eintracht Frankfurt nach einem Muskelfaserriss erstmals seit sechs Wochen in der Startformation stand und mit einem Treffer überzeugte.

Im zweiten Spiel vom Mittwoch strebt der FC Barcelona das nächste Wunder an. Nach dem 0:4 gegen Paris St-Germain will der spanische Meister auch das 0:3 gegen Juventus Turin im eigenen Stadion aufholen. «Wir sind fähig in drei Minuten drei Tore zu erzielen», sagte Trainer Luis Enrique und schob einen Rat an das Publikum nach: «Man sollte das Stadion nicht vor dem Schlusspfiff verlassen.»

Wie viel daran wirklicher Glaube an die Wende ist und wie viel bloss die übliche Macho-Rhetorik, wird man am Abend womöglich schon vor dem Spiel wissen. Zum Beispiel wenn Luis Enrique die Aufstellung bekannt gibt. Spielt der FC Barcelona mit Lionel Messi oder ohne? Angeschlagen ist der Superstar aus Argentinien nicht, doch Luis Enrique liess einen Einsatz Messis von Beginn weg offen.

Womöglich stuft der Trainer den «Clasico» vom nächsten Sonntag gegen Real Madrid dann doch als wichtiger ein als die scheinbar unmögliche Aufholjagd gegen das Abwehrbollwerk des italienischen Titelträgers, der in dieser Saison in der Champions League in neun Spielen erst zwei Gegentore kassiert hat – und würde Messi entsprechend schonen.

Während die Präsenz des richtigen Messi ungewiss ist, meldete sich der «neue Messi aus Turin» am Dienstag zurück. Paulo Dybala, zweifacher Torschütze im Hinspiel, kann in Barcelona trotz Schlag auf den Knöchel spielen. Juventus-Trainer Max Allegri dürfte die gleichen elf Spieler auf den Platz schicken wie im Hinspiel. Das würde bedeuten, dass der Schweizer Stephan Lichtsteiner erneut nur Ersatz ist; auf der rechten Seite setzt Allegri auf das südamerikanische Tandem Dani Alves/Juan Cuadrado.

(SDA)


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 1000 Zeichen