Campingplatz in Alarmbereitschaft

Von Angela Müller
Unter kritischer Beobachtung: Enrico Seglias und Hans Sturzenegger stehen beim Campingplatz Idyll in Altenrhein beim Bootshafen am Ufer.
Unter kritischer Beobachtung: Enrico Seglias und Hans Sturzenegger stehen beim Campingplatz Idyll in Altenrhein beim Bootshafen am Ufer. © Angela Müller
Dauerregen in der Nacht und der Rhein bei Altenrhein steigt langsam über das Ufer. Die Bewohner des Campingplatzes Idyll beobachten die Situation mit gemischten Gefühlen.

Viel ist nicht los am Freitagmorgen. Die Wolken hängen tief über dem Campingplatz Idyll in Altenrhein und die zahlreichen Pfützen zeugen vom nächtlichen Dauerregen. “Wir haben alles im Griff”, sagt Ruedi Kuhn, der Geschäftsführer vom Platz. “Im Notfall können wir die Hochwasser-Schutzmauer schliessen.”

Pegelstand steigt und steigt

Direkt hinter dieser Mauer liegt ein Spazierweg und der mächtig fliessende Rhein. Hier beim kleinen Bootshafen steht seit 7 Uhr Hans Sturzenegger und fotografiert immer wieder den Pegelstand. “Das Wasser steigt und steigt. Es ist bereits 20 Zentimeter höher”, sagt der langjährige Campingbewohner. Die Hafenmauer ist inzwischen Wasser versunken.

Sturzenegger hat vor 17 Jahre die grosse Überschwemmung auf dem Campingplatz miterlebt. “Das kann plötzlich sehr schnell gehen. Damals war nur die Rezeption nicht unter Wasser.”Campingbewohner Enrico Seglias ist gestern Abend von Domat Ems angereist. “Mein Campinghäuschen steht direkt hinter der Schutzmacher, mich erwischt es zuerst.”

Wenn das Rheinschiff vorbeifährt

Leicht beunruhigt beobachtet Seglias das Ufer. “Noch sieht es nicht gefährlich aus.” Allerdings, in den letzten Jahren war der Wasserstand eher tief am Rhein. “Es sieht ganz eigenartig aus, wenn das Rheinschiff vorbeifährt. Normalerweise sieht man nur den oberen Teil, jetzt ist das Schiff vollständig sichtbar.”

Auch Urs Schulthess aus St.Gallen zieht es ans Rheinufer. Er sorgt sich um sein Segelboot. “Ich muss die Leinen kontrollieren, sonst geraten sie unter Wasser.” Er schaut besorgt zum Himmel und hofft, wie alle auf dem Campingplatz: “Wenn es nur nicht weiter regnet.”


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