Ein DNA-Test für die Wasserqualität in Flüssen und Seen

Kieselalgen sind zwischen 0,01 und 0,02 Millimeter gross und bestehen aus einer einzigen Zelle mit einer hier künstlich eingefärbten Hülle. Die grüne Art kommt in sauberen Gewässern vor, die orange in verschmutzten.
Kieselalgen sind zwischen 0,01 und 0,02 Millimeter gross und bestehen aus einer einzigen Zelle mit einer hier künstlich eingefärbten Hülle. Die grüne Art kommt in sauberen Gewässern vor, die orange in verschmutzten. © Laure Apothéloz-Perret-Gentil/UNIGE
Biologen der Uni Genf haben einen Index für die Verschmutzung von Gewässern erstellt, der auf der DNA einzelliger Algen beruht. Mit dieser Methode könnte man eine grosse Anzahl Wasserproben in kürzerer Zeit und zu geringeren Kosten testen.

Die Menge und Vielfalt von bestimmten Organismen in Gewässern zeigt an, wie sauber oder verschmutzt sie sind. Dazu gehören auch einzellige Kieselalgen (Diatomeen). In der EU und der Schweiz gelten sie als ideale Anzeiger für die Wasserqualität und auf ihnen beruht der sogenannte «Schweizer Diatomeen-Index».

Die einzelnen Kieselalgen-Arten in jeder einzelnen Wasserprobe äusserlich zu bestimmen ist jedoch relativ zeitraubend. Ein Forscherteam um Jan Pawlowski von der Universität Genf hat deshalb einen neuen Test entwickelt, wie die Hochschule am Donnerstag mitteilte. Sie entwickelten eine Methode, um die verschiedenen Kieselalgenarten in einer Wasserprobe anhand ihres Erbguts zu erkennen. Davon berichten sie im Fachblatt «Molecular Ecology Resources».

In Zusammenarbeit mit Fachstellen für Gewässerökologie haben die Forschenden 90 Wasserproben aus verschiedenen Schweizer Flüssen nach dem herkömmlichen System des «Schweizer Diatomeen-Index» analysiert. Mit dieser Referenz verglichen sie anschliessend ihre neue Methode und entwickelten einen entsprechenden Index auf Basis der DNA-Analysen.

«Unsere Bewertung war für fast 80 Prozent der Wasserproben korrekt, was sehr ermutigend ist», liess sich Pawlowski in der Mitteilung zitieren. Er und sein Team wollen die Methode nun anhand weiterer, möglichst diverser Gewässerproben verfeinern und kalibrieren, um künftig schnelle und kostengünstige Hochdurchsatz-Analysen zu ermöglichen.

(SDA)


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