Ein Spiel zum Vergessen

Von David Lendi
Munas Dabbur schiesst GC mit zwei Treffern aus der Krise.
Munas Dabbur schiesst GC mit zwei Treffern aus der Krise. © KEYSTONE/Michael Buholzer
Mit einem 3:1-Heimsieg gegen St.Gallen feiern die Grasshoppers ihren ersten Vollerfolg in diesem Kalenderjahr. Die St.Galler hinterliessen vor 6300 Zuschauern einen uninspirierten Eindruck und wehrten sich viel zu wenig gegen die drohende Niederlage. Hier geht’s zu den Spielernoten.

Tor

Daniel Lopar, Note: 4

Zweimal musste GC-Rückkehrer Munas Dabbur die Kugel nur noch über die Linie bugsieren. Auch beim Sonntags-Schuss von Caio war St.Gallens Schlussmann machtlos. An ihm lag es nicht.

Verteidigung

Silvan Hefti, Note: 4

Der einzige Feldspieler in Normalform. Er gewann seine Zweikämpfe und schaltete sich mit dem Mut der Verzweiflung ins St.Galler Angriffsspiel ein.

Karim Haggui, Note: 2,5

War nicht der Abwehrchef, wie man es von ihm erwartet. Dem Tunesier gelang es zu keinem Zeitpunkt, seine Vorderleute zu organisieren. Ein schwacher Auftritt des Routiniers.

Kofi Schulz, Note: 2,5

Er ersetzte den verletzten Angha in der Verteidigung. Seine Nominierung für die Startelf konnte er aber über die ganze Spieldauer nicht rechtfertigen. Machte viele Fehler und hatte gegen seine Gegenspieler meist das Nachsehen.

Mittelfeld

Roy Gelmi, Note: 3

Da Barnetta nicht mitspielen durfte und Toko auf der Aussenbahn aushelfen musste, fehlte ihm die Bindung im Spiel. Dem Trio Gelmi, Gouaida und Gaudino fehlte es an Automatismen.

Toko, Note: 3

Konnte zwar auf der rechten Aussenbahn Caio neutralisieren, fehlte dafür im zentralen Mittelfeld an allen Ecken und Enden. Mit seiner aggressiven Spielweise ist er im Zentrum deutlich besser aufgehoben als auf der Aussenbahn.

Gianluca Gaudino, Note: 2,5

Auch er konnte seinen Platz in der Startaufstellung nicht rechtfertigen. Schnelle «Umschaltmomente» sind mit ihm nicht möglich, da er mit jedem Ballkontakt das Spiel verschleppt. Nach einer Stunde wurde er durch Aratore ersetzt.

Mohamed Gouaida, Note: 2,5

Startete respektabel, baute jedoch stark ab. Er spielte zu viele Fehlpässe, war glücklos und hatte kaum Einfluss auf das Spiel. Konnte Barnetta in keinster Weise ersetzten. Eine Viertelstunde vor Schluss kam Buess für ihn in die Partie.

Andreas Wittwer, Note: 3

Erzielte mit dem Pausenpfiff den zwischenzeitlichen Ausgleich, war aber wie seine Mitspieler meistens nur in der eigenen Platzhälfte anzutreffen.

Sturm

Yannis Tafer, Note: 2

Ausser einer präzisen Freistoss-Flanke war von ihm nichts zu sehen. Nach 70 Minuten wurde er durch Salihovic ersetzt.

Albian Ajeti, Note: 3

Ohne Barnetta tut sich Ajeti in der Sturmspitze schwer. Er erhielt kaum brauchbare Zuspiele, weshalb er sich die Bälle tief in der eigenen Platzhälfte selber holen musste. Einziger Lichtblick des Spiels: Sein Absatztrick bei der Entstehung des Ausgleichs durch Wittwer.

FM1Today-Teamschnitt: 2,9

Fazit: Nach einer ordentlichen Startviertelstunde war von den Gästen nichts mehr zu sehen. Die Ostschweizer reihten Fehlpass an Fehlpass, welche einen geordneten Spielaufbau verunmöglichten. Wie bei der 0:3-Niederlage gegen Basel blieben die St.Galler auch am Samstag offensiv erschreckend harmlos. Am Ende sorgten Munas Dabbur und Caio für den Unterschied.

Hat das Team die vier personellen Umstellungen nicht verkraftet? Oder fehlte ganz einfach Barnetta auf der Spielgestalter-Position? Die St.Galler müssen sich nach diesem Auftritt viele Fragen gefallen lassen. Jetzt hat die Zinnbauer-Truppe neun Tage Zeit, um dieses Spiel zu analysieren. Dann steht das schwierige Auswärtsspiel in Luzern auf dem Programm. Mit einer Leistung wie am Samstag gibt es auch in der Zentralschweiz nichts zu gewinnen.

Wegen dieses Aussetzers ist der fünfte Tabellenrang in Gefahr. Lugano reicht im Heimspiel gegen den Cupfinalisten Sion einen Punkt, um die Espen zu verdrängen. Auf den zweitletzten Platz haben die Espen nur noch vier Punkte Vorsprung. Das dicke Polster vom starken Rückrundenstart ist zusammengeschmolzen.


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 1000 Zeichen