Eine weitere FCSG-Bankrotterklärung

Von Marco Latzer
Wie geschlagene Hunde: Die St.Galler Mario Mutsch, Edgar Salli und Martin Angha (von links). Bild: Keystone
Wie geschlagene Hunde: Die St.Galler Mario Mutsch, Edgar Salli und Martin Angha (von links). Bild: Keystone
Für den FC St.Gallen setzt es gegen Vaduz mit 1:3 die nächste Pleite ab. Vom erhofften Durchbruch in Richtung Klassenerhalt war nicht viel zu sehen. Nach einer schwachen Leistung müssen auch die Grün-Weissen wieder um den Ligaerhalt zittern. Hier geht es zu den Spielernoten.

Tor:

Daniel Lopar. Note: 3,5. Hielt auch gegen Vaduz, was zu halten war. Seine vielen hohen Bälle nach vorne und ins Seitenaus strapazieren allerdings die Nerven der Fussball-Ostschweiz.

Verteidigung:

Florent Hanin. Note: 3,0. Noch einer der aktiveren Spieler in einer von Harmlosigkeit getriebenen Mannschaft. Viel Aufwand bei wenig Ertrag – aber immerhin ohne entscheidende Fehler.

Alain Wiss. Note: 2,5. Kein gutes Spiel vom St.Galler Leithammel. Verlor das entscheidende Duell vor dem 0:1 durch Costanzo, scheiterte an der Aufgabe, Stabilität in die Defensive zu bringen.

Martin Angha. Note: 2,5. Liess sich beim 0:2 von Kukuruzovic übertölpeln, ehe Costanzo nachdoppeln konnte. Hüftsteif und immer für einen Fehler zu haben. Ein Abwehrpatron ist er auch trotz Captain-Binde überhaupt nicht. Hatte nach dem Schlusspfiff einerseits den Mut, mit den Fans zu sprechen, andererseits behauptete vor TV-Kameras auch, man habe über weite Strecken gut gespielt.

Silvan Hefti. Note: 3,5. Wirkt giftig und gallig. Hatte aber einen schweren Stand und konnte sein Potenzial nicht abrufen. Aber immerhin stand er seinen Gegnern auch mal auf die Füsse und ging dort hin, wo es wehtut.

 

Mittelfeld:

Albert Bunjaku. Note: 2,5. Ein ernsthaftes Bemühen kann man ihm nicht absprechen. Scheute auch den Versuch aus der Ferne nicht. Über 90 Minuten betrachtet, bringt er aber äusserst wenig auf die Beine. Fraglich, ob er die richtige Wahl im Mittelfeld ist.

Gianluca Gaudino. Note: 3,0. Weiss mit dem Ball umzugehen. Damit hat es sich aber auch schon. Gute Ballkontrolle und die eine oder andere Körpertäuschung sind ja gut und recht, für entscheidenden Einfluss reicht es dem Bayern-Talent aber (noch) nicht.

Mario Leitgeb. Note: 1,0. Ui! Was für eine katastrophale Leistung des Österreichers. Ihm eine Nicht-Leistung zuzuschreiben, wäre noch ziemlich freundlich ausgedrückt. Wirkte wie ein Fremdkörper, war völlig abwesend. Kein gewonnener Zweikampf, fast ausschliesslich Fehlpässe. Ganz schlimm! Wurde in der Pause durch Mutsch ersetzt, der seinen Part wesentlich besser zu erfüllen wusste.

Marco Aratore. Note: 3,5. Fleissiger Arbeiter auf dem Flügel und ab und an gar um Torgefahr bemüht, allerdings ohne Fortune. Damit ist er aber schon der überzeugendste Akteur im Espen-Mittelfeld.

 

Sturm:

Dzengis Cavusevic. Note: 1,5. Was macht der Slowene eigentlich in jedem Spiel in der Startformation? Ausser Zinnbauer weiss es wohl niemand. Gewinnt trotz seiner Grösse kaum ein Kopfballduell, verstolpert die Angriffe gleich reihenweise. Langsam, träge und doch stets gesetzt. Unglaublich eigentlich. Damit ist er aber auch gleichzeitig Sinnbild für die St.Galler Offensiv-Tristesse.

Edgar Salli. Note: 3,0. Könnte für seine Mannschaft noch viel mehr rausholen. Ist blitzschnell wie ein Duracell-Häschen, aber auch das genügt auf Dauer nicht, um den Ansprüchen gerecht zu werden. Buchte immerhin den Ehrentreffer – ein marginales Lebenszeichen, wenn man denn so will. Mehr aber auch nicht.

FM1Today-Teamschnitt: 2,7

Fazit: Auch im achten Anlauf in Serie reicht es dem FC St.Gallen nicht zu einem Punktgewinn gegen Vaduz. Was für eine Schmach für Grün-Weiss. Oder anders formuliert: FCV-Trainer Giorgio Contini müsste bei nächster Gelegenheit einen dicken Blumenstrauss in die Ostschweiz tragen und ein dickes Dankeschön aussprechen. Zehn Punkte haben die Liechtensteiner gegen den FCSG in dieser Saison eingefahren – ohne diese wären sie im Prinzip eigentlich schon abgestiegen.

Und aus St.Galler Sicht klingeln wieder einmal alle Alarmglocken. Zu sehen war – einmal mehr – ein konzeptloser Hühnerhaufen, der in der Defensive stets für einen Bock zu haben und offensiv in etwa so berechenbar wie ein tropfender Wasserhahn ist. Hohe Bälle, keine kreative Ideen, leidlicher Beamtenfussball. Bieder, bieder, lieber FCSG.

Trotzdem sieht Trainer Joe Zinnbauer nach jedem Spiel brauchbare Ansätze von seinen Jungs. Auch wenn es diese überhaupt nicht gibt. Klar: Auch gegen Vaduz sind die Ostschweizer optimistisch gestartet – das kann man herausheben, wenn man denn will – aber nach den beiden Gegentoren durch Ex-Espe Costanzo war der Ofen auch schon wieder aus. Was daran erbaulich sein soll, entzieht sich der Kenntnis des Kommentarschreibers.

Statt Klassenerhalt geht das Bibbern im Kampf gegen den Abstieg munter weiter. Und in dieser Verfassung bleibt aus St.Galler Sicht eigentlich bloss zu hoffen, dass es im letzten Spiel auswärts in Lugano Ende Mai um nicht mehr viel geht. So weit sind wir aber noch nicht. Am nächsten Samstag laden der FC Thun und sein Trainer Jeff Saibene zu einem Gastspiel im Berner Oberland. Heute, Sonntag, haben sie mit dem FCZ schon mal einen anderen Abstiegsaspiranten mit 0:4 aus dem Stadion gefegt.

 

 

 


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