Eklat: Marianne Mettler lehnt Wahl ab

Marianne Mettler redet von einer "Schlammschlacht" gegen ihre Person.
Marianne Mettler redet von einer "Schlammschlacht" gegen ihre Person. © pd
Die St.Galler Regierung wollte die Wilerin Marianne Mettler zur neuen Präsidentin des Verwaltungsrates der Spitalverbunde machen. Sie lehnt diese Wahl jetzt ab. Dies wegen Widerstand aus dem Kantonsrat.

Die St.Galler Regierung hatte entschieden, Marianne Mettler (SP) für die Amtsdauer 2016 bis 2020 vorzuschlagen. Sie sei die beste Wahl, gab sich die Regierung überzeugt. Aufgrund der neuen gesetzlichen Vorgaben, hätte der Kantonsrat die neue Präsidentin bestätigen müssen. So weit kommt es nicht. Die 55-Jährige lehnt die Wahl ab. Dies nach Gegenwind aus dem Kantonsrat.

“Ich habe mich Anfangs Dezember 2015 auf ein öffentliches Stelleninserat als Verwaltungsratspräsidentin der Spitalverbunde beworben. Die Regierung beurteilte mich […] als beste Kandidatin. Die Fraktionspräsidenten des St. Galler Kantonsrates wurden darüber informiert. Zwei Wochen später hat mich die St. Galler Regierung zur neuen Verwaltungsratspräsidentin gewählt”, schreibt Mettler in einer Stellungnahme. Aufgrund der Entwicklungen der letzten Wochen habe sie sich jedoch entschieden, die Wahl abzulehnen. Genauere Angaben macht Mettler nicht.

Es ist davon auszugehen, dass Marianne Mettler von den Fraktionen der SVP und der FDP nicht unterstützt worden wäre. Die betriebswirtschaftliche Leiterin des Universitätsspitales Zürich war für nächsten Montag zu Hearings bei den beiden Parteien eingeladen. Bereits im Vorfeld hatte sich die SVP kritisch geäussert.

Die SP kritisierte daraufhin die SVP. “Das ist ein politisch inhaltsloser Schattenkampf, der nur für die Tribüne geführt wird. Er zeigt aber das Problem der SVP mit VertreterInnen anderer Parteien und mit Frauen in Führungspositionen”, schrieb die SP in einer Stellungnahme.

Auch die CVP stand aber nicht hinter dem Wahlvorschlag der Regierung. Mettler bringe unbestritten grosse Erfahrung im Gesundheitswesen mit. Im wichtigen Punkt der strategischen Unternehmensführung habe sie in der Anhörung aber nicht überzeugt, schrieb die neu formierte Fraktion von CVP und GLP.

Offenbar hat Marianne Mettler daraus die Konsequenzen gezogen und lehnt die Wahl ab. Für eine weitere Stellungnahme steht die Wilerin heute Nachmittag zur Verfügung. (cas)


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 1000 Zeichen