«Elsa ist wahrscheinlich tot»

Elsa (rechts) mit ihrem Mann Gustav.
Elsa (rechts) mit ihrem Mann Gustav. © Gnadenhof Luna
Vor einigen Tagen verschwand die Pfauendame Elsa spurlos vom Gnadenhof Luna im Weisstannental. Bis jetzt wurde sie nicht gefunden. Die Besitzerin des Hofs geht vom Schlimmsten aus.

Am Nachmittag des 22. März schrieb der Gnadenhof Luna im Weisstannental auf Facebook: «Achtung! Elsa ist abgehauen. Unser Pfauenweibchen ist auf einen hohen Baum geflogen.» Anstatt wieder herunterzukommen, flog sie allerdings weiter und war schnell ausser Sichtweite. «Sie darf das auch», sagt Gnadenhof-Besitzerin Theresia Seyffert. «Doch im Normalfall kommt sie wieder zurück», sagt Seyffert. Pfauen seien nämlich sehr standorttreue Tiere.

Elsa bleibt verschwunden

In diesem Fall kam Elsa allerdings nicht mehr. Seyffert und die Mitarbeiter des Gnadenhofs suchten das Gelände ab, stellten sogar Lautsprecher auf, aus denen Lockrufe schallten, um Elsa anzulocken. Alles brachte nichts. Am Schluss blieb Theresia Seyffert nur noch eines: Den Tod ihrer geliebten Pfauendame auf Facebook zu verkünden.

«Wenn ich es so sagen darf: Es scheisst mich richtig an», sagt Seyffert und lässt ihrem Frust vollen Lauf. Denn das Mysterium von Elsas Verschwinden ist kaum zu erklären: «Es ist fast unmöglich, dass Elsa einfach weggeflogen ist. Dafür hatte sie keine Kondition, weil sie aufgrund der guten Ernährung schon zu schwer war.» Auch ein Diebstahl sei in Betracht gezogen worden, doch Pfauen lassen sich generell sehr schwer einfangen.

Theorien über Theorien

So muss der Gnadenhof in der Ungewissheit ausharren und geht davon aus, dass Elsa an Herzversagen gestorben und in einen Bach gefallen ist. Allenfalls könnte sie an unübersichtlicher Stelle gelandet und dort gestorben sein. «Dort wäre allerdings der Fuchs bald auf sie aufmerksam geworden und hätte sie gefressen.» Theorien zum Verbleib der Pfauendame gibt es zuhauf. Demgegenüber gibt es nur eine traurige Gewissheit: Elsa ist weg.

Kleiner Lichtblick

«Gustav ist am Boden zerstört», sagt Theresia Seyffert. Der Schrei von Elsas Partner sei in letzter Zeit langezogen und traurig. Nicht – wie früher – fröhlich und hoch. Doch für Gustav naht schon bald die Heilung für seinen Herzschmerz: «Wir haben für ihn ein neues Pfauenweibchen gekauft und hoffen, dass er mit ihr glücklich wird.» Denn Pfauen könne, sollte und dürfte man niemals alleine halten.

Und falls Elsa in der Zwischenzeit doch wieder zurück zum Gnadenhof findet, ist die Lösung schon parat: «Pfauenmännchen leben meist mit zwei bis drei Weibchen zusammen.» Glück im Unglück also.

(saz)


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