Enttäuschung in Rom wegen niedriger Pilgerzahl

Blick auf den Petersdom in Vatikanstadt - der erwartete Pilgeransturm blieb aus. (Archivbild)
Blick auf den Petersdom in Vatikanstadt - der erwartete Pilgeransturm blieb aus. (Archivbild) © /APA/GEORG HOCHMUTH
Fast einen Monat nach der Eröffnung des Jubiläumsjahres der Barmherzigkeit wächst die Enttäuschung in Rom wegen der niedrigen Pilgerzahl. Über Weihnachten und Neujahr lag die Zahl der Gläubigen, die die Heilige Pforte im Petersdom durchschritten, deutlich unter den Erwartungen.

Mit zehn Millionen Pilgern rechneten bisher die Behörden in Rom in dem bis zum 20. November laufenden Jubiläumsjahr. Im ersten Monat ist der erwartete Pilgeransturm jedoch ausgeblieben. Leere Hotels und Restaurants machen der Touristikbranche zu schaffen. Auch die Souvenirhändler rund um den Vatikan klagen über Einnahmenrückgänge.

Im Vatikan herrscht düstere Stimmung. Laut der Statistik der Präfektur des Päpstlichen Hauses sank die Gesamtzahl aller Teilnehmer an Veranstaltungen mit dem Papst im Vatikan im Dezember 2015 im Vergleich zum Vergleichsmonat 2014 von 461’500 auf 324’000 Menschen. Im Gesamtjahr 2015 hat sich die Pilgerzahl im Vatikan von 5,9 Millionen auf 3,2 Millionen halbiert.

Bei dem letzten Jubiläumsjahr 2000 hatten noch 150 Pilger pro Minute die Heilige Pforte der Peterskirche durchschritten. 32 Millionen Pilger hatten die Heilige Stadt besucht. Diese Zahlen werden in dem nun laufenden “Jubiläumsjahr der Barmherzigkeit” kaum zu erreichen sein. “Rom spürt keinen Jubiläumseffekt”, kommentierten römische Medien, die bereits von einem “Flop” des Heiligen Jahres sprechen.

Laut dem italienischen Hotelierverband waren über Weihnachten und Silvester 30 Prozent aller Hotelzimmer noch leer. Angst vor Terrorismus und besonders scharfe Antiterrorkontrollen auf dem Petersplatz mit den damit verbundenen langen Schlangen hätten viele Pilger davon abgehalten, den Vatikan zu besuchen.

Auch die Luftverschmutzung sowie negative Werbung über Missstände in Rom nach dem Rücktritt von Bürgermeister Ignazio Marino hätten viele Touristen von der Ewigen Stadt ferngehalten.

(SDA)


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