Er «opfert» seine Ferien um Chlaus zu sein

Der Samichlaus hat verschlafen - jetzt muss er sich schnell anziehen, um seine kleinen Besucher zu begrüssen
Der Samichlaus hat verschlafen - jetzt muss er sich schnell anziehen, um seine kleinen Besucher zu begrüssen © Screenshot TVO
Morgen kommt der Samichlaus zu vielen Kindern im FM1-Land. Einige von ihnen durften den Chlaus bereits in den vergangenen Tagen besuchen. Und zwar im tiefen Roggwiler Wald – dort wo er wohnt.


«Ist der Chlaus noch nicht da?», fragt Schmutzli die Kinder, die sich im Wald bei Roggwil vor der Hütte des Samichlaus versammelt haben. Hat der Samichlaus etwa verschlafen? «Ruft ihn doch mal ganz laut» «Saaamiiichlaaaus», ertönt es im Chor. Das Schnarchen hört auf und ein verschlafener Samichlaus mit langem weissem Bart kriecht unter seiner Bettdecke hervor. Jetzt aber schnell Samichlaus, die Kinder warten.

Chlaus aus Leidenschaft

Im Chlauskostüm steckt Reto Schwendener. Der Roggwiler ist Samichlaus mit Leib und Seele – seit über 30 Jahren. Vor 13 Jahren haben er und seine Frau Sandra damit begonnen, im Wald das Samichlaus Zuhause nachzustellen, damit Kindern an zehn Abenden im November und Dezember den Chlaus besuchen können. Für die ganzen Vorbereitungen und Aufbauarbeiten gibt der Lastwagenchauffeur jedes Jahr drei Wochen seiner Ferien her – doch das tut er gerne, wie er sagt: «Die leuchtenden Kinderaugen sind meine Motivation.»

Der Aufwand für die Chlaus-Inszenierung im Wald ist aber zu gross, als dass Reto und Sandra Schwendener ihn alleine bewältigen könnten. Deshalb sind sie froh, dass auch Retos Vater mitanpackt. Hanspeter Schwendener sagt: «Damit die Kinder und ihre Eltern den Weg zur Waldhütte des Samichlauses finden, beleuchten wir den Wegrand mit ganz viele Kerzen.» Sobald alles bereit ist, schlüpft er ins Schmutzlikostüm.

TVO hat den Samichlaus im Wald besucht:

Endlich ist der Chlaus angezogen

Im Nachthemd, mit seiner roten Zipfelmütze auf dem Kopf und einer Kerze in der Hand kommt der Samichlaus aus seiner Waldhütte und ist völlig überrascht, als er in die vielen erwartungsvollen Kindergesichter blickt. «Ich zieh mir schnell meinen roten Mantel an, ich bin gleich zurück», mit diesen Worten verschwindet der Chlaus wieder in seiner Hütte. Kurz darauf kehrt er zurück, endlich kann er seine kleinen Gäste begrüssen.

Unter dem Arm trägt er ein dickes Buch. Darin hat er nicht nur notiert, was die Kinder in Zukunft besser machen sollen, sondern auch eine Weihnachtsgeschichte, die er den Kindern vorliest. Dann dürfen die Mutigen dem Samichlaus ihr Sprüchli aufsagen und manche überreichen dem Chlaus sogar ein Geschenk. Und auch der Schmutzli hat noch etwas vorbereitet: Für jedes der rund 25 Kinder gibt es ein Chlaussäckli mit Nüssli, Guetzli, Biberli und Schoggi. Und wenn die Kinder glücklich sind, ist es auch der Samichlaus: «Es war sehr emotional und das schöne ist, dass jeder Chlausabend anders ist.»

(red.)


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