Erdogan schliesst Todesstrafe für Putschisten nicht aus

Schliesst die Todesstrafe nicht aus: Recep Tayyip Erdogan.
Schliesst die Todesstrafe nicht aus: Recep Tayyip Erdogan. © Keystone/AP/LEFTERIS PITARAKIS
Ungeachtet der scharfen internationalen Kritik ist die Wiedereinführung der Todesstrafe in der Türkei für Präsident Recep Tayyip Erdogan nicht vom Tisch. Das sagte er am Montag in einem Interview mit dem Sender CNN.


“Es gibt das eindeutige Verbrechen des Verrats”, sagte Erdogan einem Übersetzer zufolge auf die Frage nach einer möglichen Wiedereinführung der Todesstrafe für die mutmasslichen Hintermänner des Putschversuches.

“Aber natürlich bedarf es einer Parlamentsentscheidung, damit sie als Verfassungsmassnahme in Kraft treten kann”, sagte er in seinem ersten Interview seit dem gescheiterten Umsturzversuch. Die Verantwortlichen müssten zusammenkommen und das Thema beraten. “Wenn sie bereit sind, es zu diskutieren, werde ich als Präsident jede Entscheidung billigen, die das Parlament fällt.”

Zudem kündigte Erdogan an, die türkische Regierung werde in den kommenden Tagen von den USA formell die Auslieferung des Predigers Fethullah Gülen beantragen. Erdogan sieht in Gülen den Drahtzieher des gescheiterten Putsches vom Wochenende.

Erdogan hatte die Anhänger Gülens für den Umsturzversuch verantwortlich gemacht und von den USA die Auslieferung des mit ihm verfeindeten Klerikers verlangt. US-Aussenminister John Kerry forderte am Montag von der türkischen Regierung “Beweise” für die angebliche Verstrickung des in den USA lebenden islamischen Predigers in den Putschversuch. Gülen selbst bestritt jede Beteiligung an dem Umsturzversuch.

(SDA)


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