Flutwellen treffen nach Beben auf Japan

Verstrahltes Wasser wird gesammelt beim AKW Fukushima - das jüngste Erdbeben hat der Atomruine nach ersten Erkenntnissen nichts anhaben können. (Archivbild)
Verstrahltes Wasser wird gesammelt beim AKW Fukushima - das jüngste Erdbeben hat der Atomruine nach ersten Erkenntnissen nichts anhaben können. (Archivbild) © KEYSTONE/AP Yomiuri Shimbun NY/KOTARO NUMATA
Nach dem neuen starken Erdbeben in Nordjapan sind erste Flutwellen von bis zu 1,40 Meter Höhe auf die Küste getroffen. Das berichtete der japanische Fernsehsender NHK am Dienstagmorgen. Das ist deutlich niedriger als vor fünfeinhalb Jahren.

Damals hatte ein gewaltiger Tsunami in Folge eines Bebens der Stärke 9 die Region schwer verwüstet und 18’500 Menschen in den Tod gerissen. Die Stärke des neuen Bebens vom Dienstagmorgen korrigierte die Meteorologische Behörde von 7,3 auf 7,4.

Kühlung des AKW unterbrochen

Die zwischenzeitlich ausgefallene Kühlung in einem Abklingbecken des Atomkraftwerks Fukushima Daini läuft unterdessen wieder. Wie NHK unter Berufung auf den Atombetreiber Tepco meldete, sei der Kühlmechanismus im Reaktor drei des AKW wieder in Betrieb. Das AKW Fukushima Daini befindet sich etwa zwölf Kilometer von der Atomruine Fukushima Daiichi entfernt. Dort war es bei der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe vom 11. März 2011 zu einem Gau gekommen.

Flutwellen von einem Meter

Die Flutwellen hätten an dem Küstenabschnitt im Bereich des Atomkraftwerks eine Höhe von rund einem Meter erreicht, teilte derweil der Betreiber Tepco mit. Er gebe keine Anzeichen dafür, dass der Tsunami an dem Reaktor irgendwelche Probleme verursacht habe. In der Atomruine selbst habe es keine weiteren Schäden in Folge des Bebens gegeben, hiess es. Auch in dem Atomkraftwerk Onagawa in der Nachbarprovinz Miyagi seien keine Unregelmässigkeiten festgestellt worden, hiess es.

Tsunamiwarnung aufgehoben

Die dpa berichtet, die vor einigen Stunden herausgegebene Tsunamiwarnung wurde wieder aufgehoben. Die Wellen werden offenbar nicht so hoch wie jene von vor fünf Jahren.

Beben erschüttete Fukushima bereits 2011

Die Region im Nordosten des Landes war am 11. März 2011 von einem heftigen Erdbeben und einem gewaltigen Tsunami heimgesucht worden. Dabei starben mehr als 18’000 Menschen. Zusammen mit dem Atom-Unfall kam es zur Dreifachkatastrophe.

Bewohner sollten sich auf Anhöhen in Sicherheit bringen

Diesmal drohe eine Flutwelle von bis zu drei Metern Höhe, hiess es. Der Nachrichtensprecher bei NHK forderte die Bewohner der Region an der Pazifikküste mit erregter Stimme immer wieder auf, sich sofort auf Anhöhen in Sicherheit zu bringen. Sie sollten zudem noch Schlafende aufwecken.

Feuer ausgebrochen

In einer Petroleum-Anlage in Fukushima brach laut Medienberichten ein Feuer aus, das aber schnell gelöscht werden konnte. Der Betrieb von Hochgeschwindigkeitszügen im Osten des Inselreichs wurde teilweise gestoppt.

Auch in Tokio wackelten Häuser

Die Regierung in Tokio richtete einen Krisenstab ein. Auch in der rund 300 Kilometer entfernten Hauptstadt des Landes, Tokio, gerieten Häuser ins Wackeln. Das Beben ereignete sich unter dem Meer vor der Küste Fukushimas.
Japan ist eines der am stärksten von Erdbeben betroffenen Länder der Welt. Im Frühjahr war erst der Süden Japans getroffen worden. Dabei hatte es Tote und schwere Schäden gegeben.

Weiteres Beben in Neuseeland

In Neuseeland hat heute morgen ebenfalls die Erde gewackelt. Ein Beben der Stärke 5,4 wurde rund 70 Kilometer von der Küste Neuseelands in 30 Kilometern Tiefe gemessen. Ein weiteres Beben mit der Stärke 5,7 wurde in der Stadt Christchurch gespürt. Erst letzte Woche hat in Neuseeland ein starkes Erdbeben mit Stärke 7,8 gewütet. Neue Schäden sind nicht bekannt.

(SDA/red)


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