Malkov muss wohl die Schweiz verlassen

Vom Idol zum Unerwünschten: Der ehemalige HC-Ambri-Piotta-Spieler Petr Malkov muss voraussichtlich die Schweiz verlassen. (Archiv)
Vom Idol zum Unerwünschten: Der ehemalige HC-Ambri-Piotta-Spieler Petr Malkov muss voraussichtlich die Schweiz verlassen. (Archiv) © KEYSTONE/OLIVIER MAIRE
Der ehemalige ukrainische Eishockeyspieler im Dienst von Ambri-Piotta, Petr Malkov, muss voraussichtlich die Schweiz verlassen. Trotz einer Trainer- und Jugendleiterstelle im Tessiner Verzascatal soll seine Aufenthaltserlaubnis nicht erneuert werden.

Den Fall ans Licht brachte die Tessiner Tageszeitung “La Regione” in ihrer Ausgabe vom Donnerstag. Das Tessiner Departement der Institutionen nahm am Morgen postwendend in einer Medienmitteilung Stellung, ohne den Hockeyspieler Malkov jedoch beim Namen zu nennen.

Der “ausländische Staatsbürger” sei 2014 für einen “befristeten Aufenthalt” in die Schweiz eingereist – laut “La Regione” geschah dies für eine Stelle als technischer Leiter im Jugendbereich des Tessiner National-League-A-Klubs Ambri-Piotta, für den er zuvor bereits in den 1990er-Jahren als Spieler und später als Assistent tätig war. Mit Unterbrechungen habe Malkov sich seit 24 Jahren im Tessin aufgehalten, schreibt die Tessiner Tageszeitung.

Im Mai 2015 habe dieses Engagement geendet, worauf Malkov kurzzeitig Arbeitslosenhilfe bezogen habe und danach im Jugendbereich des Hockeyclubs Valle Verzasca anheuerte, sagte der Jugendleiter des Vereins am Donnerstag auf Anfrage. “Es wäre ein enormer Verlust, sollte Petr uns nicht mehr unterstützen können”, sagte der Jugendleiter.

Malkov sei ein Aushängeschild für den kleinen Club, der seine Spiele in der höchstgelegenen Gemeinde des Tessiner Verzascatals austrägt. Der Ukrainer arbeite mit fünfzig Stellenprozenten für den Verein, welcher aktuell in der dritten Liga Ost auf Punktejagd geht.

Gemäss dem Tessiner Departement der Institutionen sei Malkov genau dies zum Verhängnis geworden: Das zuständige Staatssekretariat für Migration (SEM) vergebe nur dann Aufenthaltsgenehmigungen an Trainer aus “Drittstaaten”, wenn diese bei einem Club der beiden höchsten Spielklassen arbeiten. Folglich habe das Tessiner Amt für Migration die Aufenthaltsbewilligung für Malkov nicht erneuern können.

Das Tessiner Departement stellte allerdings in Aussicht, dass der Staatsrat nun über den Fall entscheidet. Und hier dürfte der Tessiner SVP-Bundesratskandidat Norman Gobbi (Lega) ein gewichtiges Wort mitreden: Er ist nicht nur Vorsteher des Departements der Institutionen, sondern auch Regierungspräsident.

Zudem sass Gobbi von 2007 bis 2011 im Verwaltungsrat der HC Ambri-Piotta AG, dem Klub also, wo Petr Malkov seine Karriere in der Schweiz begründete.

(SDA)


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