Experten soll Hooligans an Fussball-EM in Schach halten

Polizisten aus allen Teilnehmerländern sollen helfen, mögliche Gewalttäter zu erkennen und den Informationsaustausch mit ihren Heimatländern sicherzustellen. (Symbolbild)
Polizisten aus allen Teilnehmerländern sollen helfen, mögliche Gewalttäter zu erkennen und den Informationsaustausch mit ihren Heimatländern sicherzustellen. (Symbolbild) © Keystone/AP/CZAREK SOKOLOWSKI
Frankreichs Polizei kann an der Fussball-Europameisterschaft auf ausländische Unterstützung zählen. 180 Polizisten aus den Teilnehmerländern helfen den Gastgebern beim Schutz des Fussballfestes vor Hooligans. Darunter sind auch acht Polizisten aus der Schweiz.

Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve weihte am Dienstag ein internationales Polizei-Koordinationszentrum in Lognes östlich von Paris ein. Dort unterstützen zwei Verbindungsbeamte pro Delegation die Franzosen. Sie sollen helfen, mögliche Gewalttäter zu erkennen und den Informationsaustausch mit ihren Heimatländern sicherzustellen.

Die übrigen ausländischen Polizisten werden in den EM-Städten eingesetzt, in denen ihr jeweiliges Land spielt – und dort auch bewaffnet unterwegs sein.

Das Bundesamt für Polizei (fedpol) hat eine achtköpfige Polizeidelegation nach Frankreich entsandt. Diese besteht aus Hooliganismus-Experten vom fedpol und den kantonalen Polizeikorps, wie das Bundesamt in einer Mitteilung schreibt.

Ein mobiles Team aus sechs Polizistinnen und Polizisten wird zu den Spielen der Schweizer Nati in Lens (11. Juni), Paris (14. Juni) und Lille (19. Juni) reisen. Das Team ist der französischen Polizei unterstellt. Es wird so lange im Einsatz sein, bis die Nati ausscheidet.

Der Bund kann Personen, die ein Risikoverhalten aufweisen, die Ausreise nach Frankreich untersagen, Stadionverbote empfehlen und bei den kantonalen Polizeibehörden den Erlass von Rayonverboten und Meldeauflagen beantragen, wie das fedpol weiter schreibt.

Der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) sieht derzeit keine konkreten Hinweise auf terroristische Drohungen oder Anschlagspläne, die gegen die EM in Frankreich oder gegen Fanzonen in der Schweiz gerichtet sind. Kleinere gewaltsame Auseinandersetzungen ohne terroristischen oder gewaltextremistischen Hintergrund seien aber möglich, teilte der NDB am Dienstag mit.

Die EM steht wegen der nach Angaben der Behörden hohen Terrorgefahr in Frankreich unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen. Zudem wird befürchtet, dass das Turnier Hooligans anziehen könnte. Gegen 24 als besonders gefährlich eingestufte Hooligans haben die Behörden bereits Einreiseverbote verhängt, wie Cazeneuve sagte. Insgesamt setzt Frankreich mehr als 90’000 Polizisten, Rettungskräfte und private Sicherheitsleute ein, um das Turnier zu schützen.

(SDA)


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