Wegen Fäule und Rissen gibt’s dieses Jahr weniger Kartoffeln

Die Kartoffelernte fällt dieses Jahr bedeutend geringer aus als in anderen Jahren (Symbolbild)
Die Kartoffelernte fällt dieses Jahr bedeutend geringer aus als in anderen Jahren (Symbolbild) © Christopher Furlong/Getty Images
Letztes Jahr war der Sommer zu heiss für die Kartoffeln, dieses Jahr war er zu nass. Das setzt den Knollen zu: Je nach Betrieb werden bis zu 40 Prozent Ernteausfälle erwartet.

Regengüsse, Krautfäule und Wachstumsrisse setzen der Kartoffelernte in der Ostschweiz zu, schreibt die Thurgauer Zeitung. Im August war die Welt noch in Ordnung. «Bei mir sieht es glücklicherweise nicht schlecht aus», dachte Silvan Ziegler, Bauer aus Rothenhausen bei Weinfelden.

Heute weiss er es besser. Seit sechs Tagen erntet er seine Kartoffeln auf den Feldern und weiss nun die Kartoffelernte fällt schlecht aus. Von einer Sorte muss er gar die Hälfte seiner Ernte, also 34 Tonnen, in den Abgang geben. Das bedeutet, dass die Kartoffel statt in den Laden in den Mund einer Kuh kommt. «All die ausgeschossenen Kartoffeln kommen bei mir nun zwei Bauern mit Kuhbetrieb holen – ein immenser Verlust», sagt Silvan Ziegler.

Ruedi Fischer, der Präsident der Vereinigung Schweizer Kartoffeln, hat die miese Ernte kommen sehen. Er prophezeite nach den Probeentnahmen einen starken Ernteeinbruch. Nur 300’000 Tonnen statt 450’000 Tonnen Kartoffeln werden die Bauern dieses Jahr verkaufen können. Die Qualität bleibe einwandfrei, «die Kartoffeln sind aber zu klein geraten», sagt Ruedi Fischer gegenüber der Thurgauer Zeitung.

Der Ausfall der Ernte ist von Boden zu Boden unterschiedlich, daher haben einige Bauern nur einen leicht überdurchschnittlichen Verlust, andere müssen so wie Silvan Ziegler fast die Hälfte ihrer Ernte auf einigen Feldern in den Abgang geben. «Vielleicht habe ich ja auf den Feldern, die noch nicht abgeerntet sind, mehr Glück», sagt Silvan Ziegler.

(enf)


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